Pädagogik: Unterrichtsinhalte SEK II und Arbeit der Fachschaft

                                             
Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihrem Körper ein zu Hause geben, aber nicht ihren Seelen,
Denn Ihre Seelen wohnen im Haus von morgen,
das ihr nicht besuchen könnt nicht einmal in Träumen.
Ihr dürft euch bemühen wie sie zu sein,
aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
 
                                                                                                          Khalil Gilbran
 
 
Ziel
Das Fach Pädagogik hat als wesentliches Ziel die Aufklärung über Erziehungsprozesse, um junge Menschen zu einem verantwortlichen Leben in dieser Gesellschaft zu befähigen. Dabei veranschaulicht und reflektiert das Fach dabei in besonderer Weise das Angewiesensein der Gesellschaft und des Einzelnen auf Erziehung und Bildung und deren Umsetzung in den verschiedenen Sozialisationsinstanzen (Familie, Kindergarten, Schule, Medien usw.).
 
Themen
Vor diesem Hintergrund lassen sich die inhaltliche Themen den folgenden Leitfragen des Faches zuordnen:
  • Warum ist es wichtig sich mit pädagogischen Fragen auseinanderzusetzen?
  • Wie eigenen sich die Menschen ihre Welt an, d. h. wie lernen sie, und wie kann dies für die Persönlichkeitsentwicklung pädagogisch sinnvoll genutzt werden ?
  • Was brauchen Kinder, um sich physisch, psychisch und sozial stabil zu entwickeln, und wie kann dies pädagogisch gefördert werden?
  • Warum verlaufen im Jugend- und Erwachsenenalter Entwicklung und Sozialisation oft krisenhaft und wie kann Pädagogik hier vorbeugend und helfend eingreifen?
  • Wie müssen staatliche und gesellschaftliche Institutionen der Zukunft gestaltet sein, die "die Menschen stärken und die Sache klären"? (Hartmut von Hentig)
  • Wie bin ich geworden, wer ich bin?
 
 
Schwerpunkte
Aus den dargestellten Leitfragen ergeben sich unter Berücksichtigung der Vorgaben zum Zentralabitur für die Oberstufe folgende inhaltlichen und methodische Schwerpunkte:

Inhaltsübersicht und Methodenübersicht DBG

 

 

Fach: Pädagogik (Abitur 2015 und 2016)

 

Klasse

Leitthemen             (s.Fachcurriculum)

Methoden

 

EF

Pädagogik   was ist das eigentlich? Einführung in das Fach: Grundbegriffe: Erziehung,   Erziehungsziele, Erziehungsstile, Erziehungsmittel, Bezugswissenschaften,

Einführung   in die Operatoren, Textarbeit, Einführung in die Methoden wissenschaftlichen   Arbeitens

 

Anthropologische   Grundfragen: Ist Erziehung überhaupt notwendig? Der Mensch im Spannungsfeld   von Anlage - Umwelt

Fallbeispiel,   Fächer übergreifende Erarbeitung: Religion, Philosophie

Streitgespräch,   Fallbeispiel, Mind-mapping, Präsentation, Podiumsdiskussion

 

Erziehungsstile  

Experimente,   Karikaturanalyse, Schüler helfen Schüler – alternative Formen der Lernkontrolle

 

Macht   und Autorität als pädagogisches Problem in ausgewählten historischen Epochen

Fallbeispiel,   Filmanalyse: Abraham ein Versuch, Projektarbeit Präsentation

 

Erarbeitung   verschiedener Lerntheorien (Klassisches und operantes Konditionieren, Lernen   am Modell, Lernen aus Einsicht) und ihre pädagogische Relevanz im Rahmen   kognitiver und therapeutischer Theorien (Verhaltenstherapie,   Gesprächstherapie, Psychoanalyse)

Experimente,   Fallbeispiel, Präsentation, Informationsbeschaffung und Auswertung, Simulationsspiel

 

Q1

Grundannahmen   der Persönlichkeitsentwicklung aus psychoanalytischer Sicht

Fallbeispiel,   Präsentation, Textarbeit, Informationsbeschaffung und Auswertung, Modell als   Abbild der Wirklichkeit?

 

Pädagogisches   Denken und Handeln auf der Grundlage der Modelle psychosexueller und   psychosozialer Entwicklung im Kindesalter von Freud und Erikson

 

Fallbeispiel,   Textarbeit, Schüler helfen Schüler – alternative Formen der Lernkontrolle

 

Pädagogisches   Denken und Handeln auf der Grundlage des Modells der kognitiven Entwicklung   von Piaget

Stationenlernen/   Eva, Textarbeit, Experimente

 

Pädagogisches   Denken und Handeln auf der Grundlage eines Verständnisses von Sozialisation   als Rollenlernen: Mead

Textarbeit,   Lehrervortrag, Anfertigung von Mitschriften, Protokolle, Karikaturanalyse

 

Montessoripädagogik   als anthropologisch begründetes elementarpädagogisches Modell

Podiumsdiskussion,   Stationenlernen/ Eva, Einbindung außerschulischer Lernorte

 

Im Leistungskurs zusätzlich:

Förderung   kindlicher Bildungspro-zesse: Sprachentwicklung und Bedeutung des Spiels u.a.   nach Gerd E. Schäfer

 

 

Pädagogisches   Denken und Handeln auf der Grundlage von Theorien zur Entwicklung im Jugend-   und Erwachsenenalte: Erikson und Hurrelmannn

Fallbeispiel,   Textarbeit, Schüler helfen Schüler – alternative Formen der Lernkontrolle,   identifikatorisches Lernen

 

Pädagogische   Handlungs-möglichkeiten bei Gewalt auf der Grundlage unterschiedlicher   Ansätze zu ihrer Erklärung

(u.a.   Heitmeyer,Rauchfleisch),

Podiumsdiskussion,   Fallbeispiel, Expertenhearing, Eva, Vorträge

 

Im Leistungskurs zusätzlich:   Möglichkeiten und Grenzen der pädagogischen Förderung von   Entwicklungsprozessen Jugendkrisen aus systemischer Sicht: Stierlin

Filmanalyse,   Textarbeit

 

Q2

Erziehung   im Nationalsozialismus als Beispiel für die Interdependenzen von Erziehung,   Gesellschaft und Politik

Textarbeit

 

Bedeutung   von Schule für die Fortentwicklung einer demokra-tischen Gesellschaft:   Bildungs- und schultheoretische Perspek-tiven als Reaktion auf PISA

Schüler   helfen Schüler – alternative Formen der Lernkontrolle, Podiumsdiskussion

 

Moralische   und demokratische Erziehung im Anschluss an das Konzept von Kohlberg

Simulationsspiel,   Experimente

 

Im Leistungskurs zusätzlich:   Interkulturelle Erziehung und Bildung: Nieke,

Stationenlernen/   Eva, Mind-mapping, Präsentation,

 

Entstehung   und Förderung von Identität und Mündigkeit (u.a. Krappmann)

Kommunikationstraining,   Mind-mapping, Präsentation, Prüfungssimulation

                                                                                                  Stand: 12.06.2014