Philosophie: Inhalte und Fachschaft

a)  Das Fach Philosophie in der Oberstufe

Das Fach Philosophie versteht sich als grundlegend begleitend für den gesamten Oberstufenunterricht, d.h., es wird großen Wert gelegt auf eigenständiges Denken, das grundsätzlich, folgerichtig, methodisch fundiert und kommunikativ erprobt werden muss. Daher wechseln sich genaue Textarbeit und Gruppengespräche regelmäßig ab. Literarisch orientierte, analytische Übungen, Filmanalyse so wie essayistisches Schreiben runden die Methodenvielfalt ab. Auch ist der Unterricht in allen Kursen in der Regel oft fachüberschreitend in Richtung Geschichte, Pädagogik, Natur- und Sozialwissenschaften. Der erkenntnisfördernde Grundzug erlaubt es den Schüler/Innen, die Grundlagen der anderen Fächer in den Blick zu nehmen. Daher eignet sich das Fach sehr gut für fächerübergreifende Projekte, die wissenschaftstheoretische Grundfragen in den Einzelfächern zum Gegenstand haben (wie zum Beispiel Kunst, Geschichte, alle Naturwissenschaften). Das Fach ist daher in vielen anderen Fächern präsent und aktiv.

Die Lehrer/Innen fordern die Schüler/Innen zur Teilnahme am Bundes- und Landeswettbewerb Philosophischer Essay auf und unterstützen diejenigen, die sich dafür interessieren und engagieren. Der Wettbewerb findet einmal jährlich statt und richtet sich an alle Schüler/Innen der Sekundarstufe II.   

 

b) Planungsrahmen 

Der Stoffplan für die Einführungsphase gilt für alle Schüler/Innen, die das Fach Philosophie ab dem Schuljahr 2014/2015 belegen:

EF ist ein Einführungskurs, in dem die Methodik (genaues Lesen/Verstehen, Argumentation, Kommunikation) und die Grundinhalte der Philosophie bewusst gemacht und in ihrem Verbund verdeutlicht werden. Dazu kommt die Einsicht in kulturgeschichtliche Kontexte und die spezifische Tradition des europäischen Denkens. Die Schüler/Innen erhalten Einblicke in alle philosophischen Disziplinen, die in der Qualifikationsphase behandelt und vertieft werden. Es werden anthropologische, ethische, staatsphilosophische wie auch erkenntnistheoretische Fragestellungen und Probleme behandelt. So werden die Voraussetzungen für die Thematiken der Qualifikationsphase bereitgestellt und das Bewusstsein für den Verbund philosophischer Gedankengänge gestärkt.

Der Stoffplan für die Qualifikationsphase (Q1 und Q2) gilt für alle Schüler/Innen, die das Zentralabitur 2015 bzw. 2016 anstreben:  

Q1.1 thematisiert ethische Argumentationen im Bezug zur europäischen Kulturgeschichte und stellt dabei die Frage nach dem richtigen Handeln sowie die damit verbundenen Probleme von Freiheit und Verantwortung  ins Zentrum der Betrachtung.

Q1.2 behandelt Probleme von Staat und Gesellschaft, Gerechtigkeit, Men-schenrechten und Demokratie und bemüht sich, anthropologische Positionen, ethisches und erkenntnistheoretisches Grundwissen einzubeziehen. Q1.2 thematisiert damit ausdrücklich auch die sogenannte (angebliche) Politikverdrossenheit von jungen Menschen.

Q2 thematisiert erkenntnistheoretische und wissenschaftstheoretische Fragestellungen und Probleme. Dabei werden auch die Chancen und Gefahren der aktuellen Forschung in den Bereichen der Medizin und Naturwissenschaften sowie die Grenzen der menschlichen Erkenntnis angesprochen. Außerdem findet eine intensive Abiturvorbereitung und Wiederholung der abiturrelevanten Inhalte statt.

 

c) Kriterien der Leistungsbeurteilung

In der mündlichen Beteiligung spielen neben Regelmäßigkeit, Deutlichkeit und Richtigkeit eigener Beiträge das angestrebte Abstraktionsniveau, die Offenheit und Neugier bei ungewöhnlicheren Gedankengängen (weg vom Gewohnten) und die Bereitschaft zum argumentativen, kritischen Untersuchen vorgestellter Positionen  eine wichtige Rollen beim Erreichen der Note gut oder sehr gut.

Klausur/sonstige Mitarbeit/Facharbeit/Essay werden gut genannt, wenn die folgenden Kriterien in vollem Umfang erfüllt sind:

-           angemessenes Erfassen der Problemstellung

-           differenzierte und klare/deutliche Darstellung

-           sprachliche Richtigkeit und Stringenz

-           exakte Verwendung von Fachterminologie

-           selbständige und genaue Herstellung weiterer Bezüge

-           freies, folgerichtiges und weiterdenkendes, kritisches Beurteilen

ausreichend ist die Leistung, wenn die Kriterien 1 - 5 nicht nur in Grundzügen sondern auch ohne grobe Fehler bearbeitet wurden und mindestens ein Versuch zu Kriterium 6 vorliegt.