2013 Presse

Kreis Mettmann

Digitale Pinnwände kommen

Das Gymnasium und die Realschule in Lintorf sollen umgehend damit ausgestattet werden. Andere Schulen müssen noch warten.

Der Wunsch vieler Schulen: Vertretungen und Klausurtermine werden digital angezeigt.
Der Wunsch vieler Schulen: Vertretungen und Klausurtermine werden digital angezeigt. David Young

Der Wunsch vieler Schulen: Vertretungen und Klausurtermine werden digital angezeigt.

Ratingen. Die Vorteile liegen auf der Hand: einfachere und schnellere Kommunikation für Schüler und Lehrer. Die Kosten sind laut Bürger-Union (BU) überschaubar: 3000 Euro pro Schule. Dennoch gab es mit den anderen Fraktionen heftigen Streit um die digitalen „schwarzen Bretter“, die die BU an allen weiterführenden Schulen einführen möchte.

„Das ist eine großartige Sache, die prima funktioniert.“

Ralph Basten, stellvertretender Schulleiter des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums übers digitale schwarze Brett

Der Zank wurde am Donnerstag ein Stück weit beigelegt: Einstimmig beschloss der Stadtrat, das Kopernikus-Gymnasium und die Lintorfer Dependance der Käthe-Kollwitz-Realschule sofort mit den digitalen Anzeigen auszustatten. Die beiden Schulleiter, Roland Loos und Ekkehard Witthoff, hatten bereits im Schulausschuss den besonderen Bedarf begründet. Die Schüler beider Schulen werden an zwei Standorten unterrichtet: Das Kopernikus kooperiert in der Oberstufe mit dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (DBG) in West, was eine ständige Abstimmung von Stundenplänen, Klausurterminen und Vertretungen erfordert. Loos: „Betroffen sind rund 600 Schüler. Die wissen am Morgen oft nicht, was an der anderen Schule passiert.“

Auch die Lintorfer Realschul-Filiale muss mit dem Hauptstandort in West kommunizieren. Derzeit funktioniert das via Fax, das jeweils ausgedruckt, zur Pinnwand gebracht und angeheftet werden muss.

Bürger-Union: Kostenschätzung der Verwaltung ist „realitätsfern“

Der Streit hatte sich vor allem an den Kosten entzündet, die die Verwaltung für alle weiterführenden Schulen mit 50 000 bis 60 000 Euro angesetzt hatte. Die BU hält die Kostenschätzung der Schulverwaltung für „realitätsfern“. Nach Aussage eines Fachmannes seien bei sechs auszurüstenden Schulen aufgerundet 20 000 Euro erforderlich. Die Fraktionsspitzen Alexander von der Groeben und Angela Diehl werfen den Kritikern der digitalen Pinnwände „steinzeitliches Denken“ vor: Dass die CDU im Schulausschusses vor Freigabe der erforderlichen Mittel den Bedarf an den Schulen ermitteln lassen wollte, sei „kaum glaubhaft“.

Der FDP-Antrag („Zuschussgewährung soweit es der Haushalt zulässt“) sei angesichts eines Etatvolumens von 240 Millionen Euro „lächerlich“. Und die Argumentation der Verwaltung, man müsse Eingriffe in den Datenschutz sorgfältig prüfen, zeige „fehlende Sachkenntnis“, schrieben die BU-Politiker in ihrem Antrag, wenigstens das Lintorfer Gymnasium und die Realschul-Dependance umgehend mit den elektronischen Pinnwänden auszustatten. Dem folgte dann die Mehrheit im Rat.

Drei Schulen haben bereits digitale Pinnwände

Das Berufskolleg, die Kollwitz-Realschule und das DBG haben bereits digitale Schwarze Bretter. „Das ist eine großartige Sache, die prima funktioniert“, sagt Ralph Basten, stellvertretender Schulleiter des DBG. Es spare viel Papier, sei immer aktuell und komfortabel zu bedienen. „Zur Not kann ich auch einmal von Zuhause den Vertretungsplan aktualisieren“, sagt Ralph Basten. Finanziert hat die Anlage der Förderverein.

WZ 26.09.2013

 
 

Kreis Mettmann

Veranstaltungssaal: XXL-Zentrum fürs Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium

Bonhoeffer- Gymnasium will zwei Millionen Euro teuren Bau für Infoabende, Aufführungen und den Ganztag nutzen.

Schulleiter Uwe Florin freut sich über das neue Pädagogische Zentrum mit seinem schönen Saal.
Schulleiter Uwe Florin freut sich über das neue Pädagogische Zentrum mit seinem schönen Saal. Stefan Fries, Bild 1 von 2

Schulleiter Uwe Florin freut sich über das neue Pädagogische Zentrum mit seinem schönen Saal.

Ratingen. Ein schöneres Geschenk zum 35. Geburtstag hätte das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (DBG) nicht bekommen können: Zum gerade begonnenen Schuljahr wird Freitag das nagelneue Pädagogische Zentrum (PZ) offiziell eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Zwei Jahre hat die Schulgemeinde Dreck und Baulärm ertragen, noch viel länger hat das Warten aufs PZ gedauert. Aber es hat sich gelohnt.

„Die Stadt ist uns in vielen Punkten entgegengekommen.“ (Uwe Florin, Schulleiter)

Der 17 mal 17 Meter große Innenhof des Schulgebäudes wurde mit Glas überdacht und zu einem hochmodernen Veranstaltungssaal mit Bühne, Empore und Nebenräumen umgestaltet. Er ist mit einer computergesteuerten Lichttechnik und einer Klimaanlage ausgestattet und entspricht den „allerneusten baurechtlichen Vorschriften“, sagt Schulleiter Uwe Florin.

Das PZ ist rollstuhlgerecht, darüber hinaus verfügt es über Funktechnik für Hörgeschädigte. Spezielle „taktile Fliesen“ führen Blinde oder Sehbehinderte von der Erfurter Straße aus direkt in den Saal. Florin: „Die wurden quer übers Schulgelände neu verlegt.“ Dass die Fliesen mit ihren Noppen und Rillen nun die Putzkräfte zur Verzweiflung bringen, müssten sie hinnehmen.

Gut zwei Millionen Euro hat die Stadt in Planung, Bau und Einrichtung des PZ investiert. Rund 260 Stühle passen in den Saal und auf die Empore – ideal für Theateraufführungen, Infoabende und Konferenzen. Gerade erst wurden die neuen Fünftklässler dort begrüßt.

Abiturnoten liegen auf Landesniveau

Aber auch die Kabaretttruppe „Westhäkchen“ wird eine neue Spielstätte bekommen, ebenso die Theater- und Literaturgruppen. „Die Stadt ist uns in vielen Punkten entgegengekommen“, lobt Florin die Zusammenarbeit mit der Verwaltung.

Das zwei Millionen Euro teure Pädagogische Zentrum wird Freitagmittag durch Bürgermeister Harald Birkenkamp offiziell eingeweiht. Das PZ bietet nicht nur einen großen Veranstaltungssaal, sondern auch dringend benötigte Nebenräume.

Auch für die Ganztagsbetreuung ist das neue PZ ein riesiger Schritt nach vorn. Im Saal ist jetzt Platz für mehrere Gruppen, die nicht mehr auf improvisierte Ausweichquartiere wie Turnhalle oder Foyer angewiesen sind.

Rund 400 Schüler – die komplette Sekundarstufe 1 – sind in den Ganztagsbetrieb eingebunden. Florin: „Wir bieten den gebundenen Ganztag an, also ist die Teilnahme verpflichtend.“ Dafür hätten Eltern die Garantie, dass ihre Kinder bis zum Nachmittag betreut werden.

Nicht zuletzt durch das Ganztagsangebot hat sich das „Bonhoeffer“ in den 35 Jahren seines Bestehens einen festen Platz in der Ratinger Schullandschaft gesichert – mit knapp 700 Schülern, konstanten Anmeldezahlen sowie festen Kooperationen mit den beiden anderen Gymnasien.

Stolz ist Schulleiter Uwe Florin darauf, dass das DBG bei den Abiturnoten auf Landesniveau liege – und das bei einem Migrantenkinder-Anteil von 40 Prozent. Seine Wünsche für die Zukunft: Toiletten sanieren und Lehrerzimmer erweitern.

WZ 11.09.2013