2009 Presse

Patznot: Schule schlägt Alarm

 
 
30. November 2009 | 13.36 Uhr

Ratingen

Düsseldorf. Am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in West werden die fünften Klassen im Ganztag unterrichtet. Vorteil: Lehrer sind auch bei der Hausaufgabenbetreuung dabei. Doch es fehlen Räume und ein Pädagogisches Zentrum. Von Norbert Kleeberg

WEST Operation Ganztag – eine Herkulesaufgabe für Schüler, Eltern und Lehrer. Am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (DBG) im Stadtteil West gibt es drei fünfte Klassen, die den schulischen Alltag mit neuem Konzept stemmen wollen. Das Zeitraster sieht an drei Tagen (Montag, Mittwoch, Donnerstag) für die Klasse fünf Unterricht (mit Hausaufgabenbetreuung) bis 15.45 Uhr vor.

Am Dienstag- und am Freitagnachmittag werden zusätzlich Arbeitsgemeinschaften angeboten. "In der Regel soll es so sein, dass die Kinder nach der Schule nichts mehr mit den Hausaufgaben zu tun haben", erklärt Petra Korfmacher, die Koordinatorin der Erprobungsstufe.

Die ersten Monate mit neuem Konzept haben sich gut angelassen, auch für Lehrer Klaus Wittfeld, der eine fünfte Klasse unterrichtet: "Wir arbeiten im Team, wir wissen genau, wo es bei den Hausaufgaben oder im Unterricht Probleme gibt. Und es gibt einen kompletten Vertretungsunterricht."

Alles bestens also? Ralph Basten, der stellvertretende Schulleiter, weiß um die Hilfe der Stadt, die bereits Sanierungsmaßnahmen am DBG eingeleitet hat. Doch der Wunschzettel ist lang. Und er beinhaltet zahlreiche Prioriäten, wie Hubert Vonnahme erzählt. Der Lehrer ist für die Koordination der Sanierungsprojekte zuständig. Die Schule habe keine Aula, benötige dringend einen großen Versammlungsraum. Die Physikräume seien seit rund 30 Jahren nicht mehr überarbeitet worden. Kurzum: Baulich ist das DBG ganz und gar nicht auf Ganztag eingestellt. Der wichtigste Wunsch aus Sicht der Schüler, Eltern und Lehrer ist der Bau eines Pädagogischen Zentrums (PZ), auch als baulicher Beleg dafür, dass die Schule ihren festen Platz in West hat.

"Treibhäuser der Gesellschaft"

Wie viel Druck auf den Kindern, Eltern und Lehrern lastet, beschreibt Silke Stroh, Klassenpflegschaftsvorsitzende der 5 b: "Die Schulen sind die Treibhäuser der Gesellschaft. Es muss möglich sein, dass die Kinder unter ordentlichen Bedingungen lernen und arbeiten. Schließlich sollen sie einmal die Leistungsträger der Gesellschaft sein." In der Regel seien die Schüler, die eine fünfte Klasse besuchen, zehn Jahre alt, mit einer Wochenarbeitszeit von 31 Stunden, rechnet Stroh vor. Zur Not werde man um den Bau eines Pädagogischen Zentrums kämpfen, hieß es.

Im nächsten Jahr werden die sechsten Klassen ins Ganztags-Konzept eingebunden. Schuldezernent Rolf Steuwe betont, dass man den Bau des Zentrums und andere Maßnahmen am DBG im Blick habe. Ganz entscheidend seien aber die Haushaltsplanberatungen. Die Botschaft: Letztlich muss der Rat beschließen, was geht und was nicht.

Für Eltern, Schüler und Lehrer am DGB ist klar: Es herrscht akute Platznot – und nicht erst seit diesen Tagen.

Quelle: RP
 
 

Sanieren im Paket

 
 
9. Juli 2009 | 15.08 Uhr

Ratingen

Ratingen: Sanieren im Paket
 

So schick soll das Dietrich Bonhoeffer-Gymnasium einmal aussehen. Animation: Planungsbüro Dr. Plumanns FOTO: RPO

Düsseldorf. Zwei Seiten lang ist allein die Aufstellung der Bauarbeiten an Schulen, die in diesen Ferien beginnen. Einer der dicksten Brocken: Fassadenarbeiten am Bonhoeffer-Gymnasium. Von Paul Köhnes

Landschaftsbauer Friedrich Hennig hatte es gestern Morgen eilig: Mit seinem Stapler schaffte er Pflanzenkübel vor dem Bonhoeffer-Gymnasium in West aus dem Weg. "Außerdem haben wir ringsum etwas gerodet." Hennigs Arbeiten gehörten zwar im weiteren Sinne zum Sommer-Sanierungsprogramm rund um Schulen, standen aber nicht auf der Liste von Manfred Pannes.

Der Hochbauamtsleiter hatte zur kleinen Baubesichtigung mit der RP eine zwei Seiten starke und in der Summe millionenschwere Aufstellung mitgebracht: das Bauprogramm für Ratinger Schulen, das in diesen Sommerferien beginnt.

Die kleinste Summe war schnell ausgemacht: Die Erneuerung von Prallschutzwänden in der Turnhalle der Elsa Brandström-Hauptschule wird 5000 Euro kosten. Hinzu kommen dort allerdings noch insgesamt 75 000 Euro für Schwingböden, Oberlichter und Eingangstüren.

Von ganz anderem Finanz-Kaliber sind die Arbeiten am Bonhoeffer-Gymnasium (DBG). Dort werden insgesamt 1,28 Millionen Euro verbaut. "400 000 Euro sind schon in die Sanierung der schlimmsten Fenster geflossen. Damit haben wir in der Osterzeit begonnen", so Pannes.

Weiterhin soll die derzeit komplett eingerüstete Waschbetonfassade wärmedämmend erneuert werden. Außerdem kommt am DBG Farbe ins Spiel. Die ist bisher nur im bunten Namensschild der Schule zu finden.

Mit derlei Tristesse wird es bald vorbei sein. Wo Waschbeton war, sollen bunte Eternitplatten hin, "farblich auf das ganze Schulzentrum abgestimmt", sagte Pannes. 880 000 Euro für diese Maßnahme werden aus dem Fördergeld des Konjunkturpakets II bezahlt. Die Fassadensanierung entwickelt für Pannes zusätzlichen Charme dadurch, "dass wir danach rund 60 Prozent Energie einsparen werden".

Ein weiteres Millionenprojekt steht am Carl Friedrich von Weizsäcker-Gymnasium an. Klassenräume werden Holzalufenster erhalten, Dachsanierung und Gerüstbauarbeiten stehen mit 1,2 Millionen Euro zu Buche, hinzukommen wird der Anbau einer Cafeteria für 340 000 Euro.

Die wiederum wird finanziert durch das "1000-Schulen-Programm". Bis Oktober kommenden Jahres muss sie fertig sein.

Zu den Arbeiten, die während der Sommerferien abgeschlossen sein sollen, gehört die Erneuerung der Schülertoiletten an der Anne Frank-Schule. Sie wird nebst Fliesenleger- und Malerarbeiten 35 000 Euro kosten.

Die gleichen Arbeiten stehen an der Erich Kästner-Grundschule an, sind dort, laut Liste, 7000 Euro preiswerter. 70 000 Euro kosten neue Bodenbeläge für die Johann Peter Melchior-Schule, 99 000 Euro die Flachdachsanierung für Verwaltung und Klassentrakt an der Karl Arnold-Schule. KOMMENTAR

Quelle: RP