Das DBG in der Presse

2017

Fairtade am DBG

RP-BERICHT 3. OKTOBER 2017

Im Klub der starken Kinder

17. Juni 2017 | 00.00 Uhr
 
Lindenschule gehört zum Klub der starken Kinder
 
Wülfrath. Die AOK zeichnete vier vorbildliche Projekte aus. Von Dirk Neubauer

Falsche Ernährung, Stress und Bewegungsmangel - darunter leiden bereits Kinder. Mit der Aktion "Starke Kids" versucht die Allgemeine Ortskrankenkasse, AOK, seit sieben Jahren, dagegen zu kämpfen. Gesundheit? Ja bitte: Im Neanderthal Museum wurden jetzt die diesjährigen Gewinner ausgezeichnet und nahmen neben Ruhm und Ehre auch 6000 Euro an Preisgeldern mit. Die Jury hatte salomonisch entschieden: Es gab einen ersten und drei zweite Plätze.

Den ersten Platz belegte die Stiftung Lichtblick aus Velbert mit ihrem Projekt Haus Seeblick. Dieses Haus direkt am Essener Baldeneysee ist der gemauerte Beweis dafür, dass Klassenfahrten nicht teuer sein müssen; und trotzdem eine Menge Spaß machen können. Beim Rudern, Stand-up-Paddeling und Klettern vergessen Schülerinnen und Schüler ganz rasch vermeintliche Prestige-Ziele. Die 3000 Euro Preisgeld sollen in ein Drachenboot investiert werden, in dem Gruppen unter wüstem Trommeln den Baldeneysee erobern können.

Die drei zweiten Plätze bekamen jeweils 1000 Euro für ihre Projekte. Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Ratingen galt der Jury als kreisweites Vorbild in der Gesundheits-Aufklärung. Dazu haben Schüler, Lehrer und Eltern zusammengearbeitet. Gemeinsam schufen sie den "Health-Care-Day", einem Tag mit 45 Gesundheitsprojekten. Sieben davon wurden allein durch Schüler gestaltet. Aus der großen Liste durfte sich jede Schülerin und jeder Schüler drei Favoriten heraussuchen. Unter den Angeboten war der Tanz nach Vorbild großer Stars oder auch Flag-Football, eine gemäßigte Version des US-amerikanischen Originals. Mit dem Preisgeld werden die Ratinger ihren schuleigenen Entspannungsraum aufmöbeln.

Von der Wülfrather Lindenschule war Schulleiterin Ulrike Weber mit einer Abordnung von Kids in Lauf-T-Shirts gekommen. Dort sind Schüler, Lehrer und Eltern gleichermaßen begeistert fürs Laufen. Montags, mittwochs und donnerstags treffen sich einige von ihnen vor dem Unterricht zu einer ersten Runde durch die Stadt.

Und in diesem Jahr wird die Lindenschule zum sechsten Mal den Wülfrather Schülerlauf organisieren. In den zurückliegenden Jahren kamen jeweils mehr als 160 Teilnehmer.

Unter dem Titel "Wir sprechen giraffisch" steht der dritte zweite Platz, den die von der Arbeiterwohlfahrt geführte Kindertagesstätte Casa Fantasia (Velbert) bekam. Dabei lernen bereits Vorschulkinder, wie verletzend unbedacht eingesetzte Sprache sein kann.

Quelle: RP

Austauschschüler fliegen nach Vermillion

Ratingen. Zwölf Schüler des DBG besuchen für zwei Wochen Ratingens amerikanische Partnerstadt.

Es ist 7 Uhr und die Schüler, die am zweiwöchigen Austauschprogramm des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums teilnehmen, warten mit ihren Lehrern in der Abflughalle des Düsseldorfer Flughafens auf den Check-In.

Es herrscht eine aufgeregt erwartungsvolle Atmosphäre: Endlich ist es soweit, Amerika ist schon ganz nah, darauf haben sich alle seit Wochen gefreut, ein Traum geht in Erfüllung. Doch neben diesen positiven Erwartungen schwingen in diesem Jahr auch Sorgen und Befürchtungen beim Besuch in den USA mit: Wie wird es sein, in dieses Land zu reisen, dessen neuer Präsident mit seiner "America first"-Ideologie langjährige Partnerschaften aus Politik, Wirtschaft und Kultur auf den Prüfstand stellt?

Mehr als 16 Stunden Flug standen vor der Reisegruppe, bis sie endlich im Bundesstaat South Dakota landeten und sich zur letzten Etappe auf die einstündige Autofahrt nach Vermillion aufmachten. Dort lernten sie dann ihre amerikanischen Gastfamilien kennen, mit denen sie schon im Vorfeld über Skype einen persönlichen Kontakt aufgebaut hatten. Daher wussten einige Schüler auch, dass viele Bewohner von Ratingens Partnerstadt der Politik ihres Präsidenten Trump mit derselben Skepsis begegnen.

Marie Mengeler etwa hatte mit ihrer amerikanischen Familie noch gar nicht über Politik gesprochen. Sie hoffte nur, dass sie dort keine Trump-Anhänger vorfindet. "Ich freue mich besonders auf meine Gastfamilie und auf die andere Kultur. Für mich geht mit dieser Reise ein Traum in Erfüllung und wirklich Angst habe ich eigentlich nur vor Schlangen!" Lea Leithe machte sich da schon andere Sorgen, da Trump die Gesetze zur Einreise verschärft hat. "Es könnte Komplikationen bei der Passkontrolle geben, auch wenn ich nicht zur Personengruppe gehöre, die Schwierigkeiten befürchten muss." Jana Kunkel, die die russische Staatsangehörigkeit besitzt, hatte konkretere Befürchtungen: "Ich frage mich, wie die Amerikaner auf mich reagieren werden. Ich hoffe nicht, dass ich bei der Einreise Schwierigkeiten habe." Aber auch sie freute sich riesig, die Chance zur Teilnahme an dieser Reise erhalten zu haben, bei der z. B. auch Ausflüge zum Mount Rushmore National Monument und zu Indianerreservaten zum Programm gehören.

Thalina Glück beschriebt ihre Gefühlslage so: "Ich hoffe, dass in den zwei Wochen, in denen wir dort sind, nichts Gravierendes passiert. Twitter-Nachrichten steuern ja nicht die Politik. Ich denke, der Terror ist eine weitaus größere Gefahr, aber davon wollen wir uns nicht einschüchtern lassen."

Joni Blume wusste nicht, wie sie reagieren wird, wenn ihr ein Amerikaner erzählt, wie toll er Trump findet. Sie ist aber davon überzeugt, dass hinter Grenzbeamten, die das Handy durchsuchen, einer Visums-Website, auf der zu lesen ist, dass man den Datenschutz vergessen kann, und einer US-Regierung, die einem Ängste bereitet, ein Land voller ganz normaler Menschen steht: "Trump möchte Amerika isolieren - dieser Austausch bezweckt das Gegenteil."

RP 25.04.2017

Die Westhäkchen feiern Premiere ihres neuen Kabarett-Programms „XY“

 
Mit Gruppengefühl gegen Lampenfieber
 

Ratingen-West. „Ich glaube, wir haben eine gute Mischung zusammengestellt, die viele Menschen ansprechen wird: es gibt politische Themen, die zum Nachdenken anregen, und Sketche, die einfach nur lustig sind.“ Wenn die Schülerin Katharina Meschig über das neue Programm der Westhäkchen spricht, ist sie nicht ganz objektiv, denn sie zählt selbst zum Ensemble. Trotzdem sollte man auf ihre Worten vertrauen, denn die Kabarettgruppe des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums hat – trotz naturgemäß wechselnder Besetzungen – ihr Publikum immer gut unterhalten. Das ist nicht zuletzt ihrem engagierten Regisseur Heiner van Schwamen zu verdanken. Das neue Programm trägt den Titel „XY“ und hat am 15. März im Freizeithaus West Premiere.

Katharina Meschig besuchte unsere Redaktion gemeinsam mit einem weiteren Ensemblemitglied, nämlich Alexander Seidel, der auch als Sänger und Songschreiber in unserer Stadt bekannt ist. Er wirkt bereits zum vierten Mal an einem Westhäkchen-Programm mit, während Katharina Meschig zum zweiten Mal dabei ist. Zum aktuellen, zehnköpfigen Ensemble gehören aber auch vier Debütanten.

Seit Beginn des Schuljahres 2016/2017 wird am Programm gearbeitet. „Wir tragen zunächst einmal Themen zusammen, die wir für interessant halten“, berichtete Alexander Seidl. Politische Tendenzen, für die die Namen Putin und Erdogan stehen, die virtuelle Realität, überhaupt die immer weiter fortschreitende Technisierung – mit diesen und vielen weiteren Themen beschäftigen sich die Westhäkchen im neuen Programm. Aber auch die Tücken des Schulalltags werden aufs Korn genommen – „zum Beispiel, dass nie ein Hausmeister da ist, wenn man einen braucht“, merkte Alexander Seidl schmunzelnd an.

An den einzelnen Sketchen arbeiten die Häkchen meistens mit der ganzen Gruppe. Und da muss der eine oder andere auch damit leben lernen, dass mal eine seiner Ideen verworfen wird. Es wird demokratisch entschieden und auch Heiner van Schwamen lässt die Schüler meist gewähren. „Er ist aber sehr wichtig für uns. Wir können uns mit allen Fragen an ihn wenden“, lobte Katharina Meschig. Der Lehrer am DBG hat ja auch reichlich Erfahrung, er hat die Westhäkchen gegründet und schon viele „Schüler-Kabarett-Generationen“ kommen und gehen gesehen.

Und noch in einem zweiten Punkt können die Schüler auf Erfahrung bauen: Für den technischen Ablauf sind Ex-Westhäkchen zuständig, die längst ihr Abitur in der Tasche haben. So kann sich das Ensemble ganz auf Text, Gestik und Mimik konzentrieren. „Diese Unterstützung ist auch deshalb wertvoll, weil es im Programm ,XY‘ rasche Szenenwechsel gibt. Da muss auch hinter der Bühne alles wie am Schnürchen klappen“, sagte Katharina Meschig.

In einem waren sich die beiden Redaktionsbesucher auf jeden Fall einig: Im Ensemble herrscht ein positives Gruppen-Feeling, jeder hilft jedem wo er kann. Daher gibt es auch ein spezielles Ritual hinter der Bühne, um vor der Aufführung Lampenfieber abzubauen. Dass gerade die Debütanten reichlich nervös sein werden, bevor sie ins Rampenlicht treten, kann man sich gut vorstellen. Doch Alexander Seidl rät ihnen: „Genießt den Auftritt! Auf der Bühne fällt die Nervosität schnell von einem ab. Und wenn der Schlussapplaus aufbrandet, ist das der Lohn für alle Mühen und du bist nur noch glücklich!“

Vom 13. bis zum 17. März „gehört“ das Freizeithaus West am Berliner Platz den Häkchen. Am Montag und Dienstag haben die Ensemblemitglieder schulfrei, dann finden ganztätig Bühnenproben statt. Aber auch die Premiere von „XY“ am Mittwoch, 15. März, um 19.30 Uhr ist so etwas wie eine Generalprobe vor Publikum. Die weiteren Aufführungen sind zur gleichen Uhrzeit am Donnerstag, 16., und Freitag, 17. März. Eine zusätzliche Vorstellung geben die Westhäkchen am Mittwoch, 29. März, um 19.30 Uhr in der Lintorfer Manege.

Neben Katharina Meschig und Alexander Seidl gehören zum aktuellen Ensemble: Lena Windisch, Cora Michels, Linus Richter, Ruben Alpmann, Anton Lenger (er ist wie Alexander Seidl zum vierten Mal dabei), Chantal Steiner, Caro Wolter und Tatjana Semkin. Die Eintrittskarten für das Freizeithaus sind zum Preis von sechs Euro (Schüler vier Euro) im Sekretariat des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums, im Kulturamt, im Reisebüro Tonnaer und bei Euronics Johann+Wittmer erhältlich.
mp

Ratinger-Wochenblatt

Westhäkchen feiern Premiere

17. März 2017 | 00.00 Uhr

Ratingen

Ratingen: Westhäkchen feiern ihre Premiere
 

Das junge Ensemble bot anderthalb Stunden lang seine eigene, witzige Sicht auf die Welt. FOTO: A. Blazy

Ratingen. Aus dem Programm "XY" lernten die begeisterten Zuhörer unter anderem, dass Ratingen eine "Wall Street" hat. Von Monika von Kürten

WEST Gut eineinhalb Stunden erlebte ein begeistertes Publikum wortgewandten Witz - und bekam eine bunte Mischung aus Comedy, Kabarett und Show geboten. Aus jugendlicher Sicht betrachtet, brachten die Westhäkchen auf lustige und sympathische Weise Missstände, Probleme und Phänomene der heutigen Zeit in einer bunten Mischung aus Schauspiel, Musik und Fotos auf die Bühne.

Gleich zu Beginn ging es um Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Ratingen und den USA: "Wir haben zwar keinen Trump Tower, dafür aber drei Türme", wurde unter anderem erklärt. Zu sehen gab es Fotos vom Dicken Turm, dem Trinsen- und Kornsturm. Ein Foto vom Straßenschild "Wallstraße" unterstrich die Behauptung, dass es auch in Ratingen ein Finanzzentrum an der "Wallstreet" gibt.

In den weiteren Darbietungen ließen ein Patient mit Kommunikationsstörung beim Psychiater, eine Abiturprüfung in Form einer RTL-Castingshow, das neue Unterrichtsfach "Schießen" in der Grundschule, eine Wohnungskündigung durch Nachbarn, die keine Kinder mögen und vieles mehr keine Langeweile aufkommen. Die Westhäkchen machten keinen Halt vor Trump, Putin und Erdogan, und auch deutsche Politiker wurden aufs Korn genommen.

"Ich bin immer wieder beeindruckt von der Leistung der Laiendarsteller und wie aktuell sie dabei sind. Mir gefällt es, dass die Schüler selber die Themen aussuchen und umsetzen können", sagte eine begeisterte Zuschauerin, die schon lange Fan der Theatergruppe ist.

"Aber gerade neue Schauspieler zu finden ist nicht leicht, und es ist eine Herausforderung, die Schüler bei Laune zu halten. Denn das Korsett Schule wird immer enger geschnürt. Der Unterricht geht bis in den Nachmittag, es gibt für sie viele sonstige Termine. Da ist es unter Umständen schwierig, für die 'Westhäkchen' Zeit aufzubringen. Sogar heute Morgen bei der Generalprobe konnten zwei Schüler beispielsweise nicht dabei sein", sagte Heiner von Schwamen, Regisseur und Gründer der Theatergruppe.

Das Ensemble besteht aus zehn Schülern der Jahrgangsstufen neun bis zwölf. Vier von ihnen sind in diesem Jahr das erste Mal dabei. Zusätzlich wird die Gruppe von zwei Ehemaligen unterstützt, die in Gastrollen auftreten. "Bei uns herrscht ein guter Teamgeist, das haben wir in den letzten Tagen bei den intensiven Proben besonders gemerkt. Jeder hilft und motiviert jeden. Gemeinsam hatten wir auch die Themen für das Programm zusammengestellt, und überlegt, wie wir sie am besten rüberbringen können ", erklärte Cara, ein "alter Hase".

Lang anhaltender Applaus belohnte nach der gelungenen Vorstellung die Arbeit der witzigen jungen Schauspieler.

RP 17.03.2017

2016

Schulalltag - ganztags gesund

23. August 2016 | 00.00 Uhr

Ratingen

Ratingen. Am 7. September veranstaltet die Schulgemeinde des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums den ersten "Health Care Day". Von Monika von Kürten

Schon seit zehn Jahren ist das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium auf unterschiedlichen Ebenen tätig, um Gesundheit, Konzentration und Bewegung im Schulalltag zu fördern. "Wir haben verstärkt mit der Gesundheitsförderung begonnen, als seinerzeit unsere Schule den offenen Ganztagsbetrieb aufgenommen hatte. Wir wollten die Schüler aktivieren und motivieren, den Gesundheitsgedanken als selbstverständlich in den Alltag einziehen zu lassen. Zunächst liefen alle Aktivitäten von Lehrerseite aus, doch seit etwa fünf Jahren sind auch die Eltern mit von der Partie," sagte Reinhilt Frese-Radeck, Lehrerin am DBG.

Im Schuljahr 2009/10 wurde erstmals eine Steuerungsgruppe aus Schülern, Eltern und Lehrern gegründet, die sich von da an in regelmäßigen Abständen trifft, um gemeinsam Aktionen und Veranstaltungen zu planen. So gibt es beispielsweise am Tag der offenen Türe einen Stand mit frischem Obst, das Angebot in der Cafeteria wurde angepasst, es wurden Spiel- und Sportgeräte für die Pause und Wasserspender angeschafft. Vor rund 18 Monaten kam dann die Idee auf, einmal einen ganzen Tag ins Leben zu rufen, an dem besonders die Bewegung und Gesundheit im Fokus stehen. Und so sammelten die Mitglieder der Steuerungsgruppe in der Schulwelt des Gymnasiums Anregungen und Ideen, was an einem solchen Tag gemacht werden und wer dies durchführen könnte. Im Laufe der Zeit nahm der Plan für den Gesundheitstag immer mehr Form an, bis hin zu der Entscheidung, dass am 7. September dieses Jahres der "Health Care Day" stattfinden wird. Schüler, Eltern und Lehrer sowie außerschulische Partner werden diesen Tag gleichermaßen gestalten, um den Schülern eine gesunde Lebenseinstellung auf verschiedenen Wegen näher zu bringen. "Geplant sind unter anderem Entspannungsangebote wie ein Yoga-Schnupperkurs oder Bewegungsangebote wie das Kennenlernen der Trendsportart "Parcours" oder ein vierseitiger Kletterturm auf dem Schulhof. Aber auch Aktionen, die sich mit Ernährung und Esskultur beschäftigen, wie beispielsweise das Verkosten kulinarischer Highlights aus dem neuen, DBG-eigenen Kochbuch, eine Ernährungsberatung, Suchtprävention und vieles mehr. Am Gesundheitstag selber sollen die Schüler aktiv werden. Aus einem Angebot von rund 40 Projekten sucht sich im Vorfeld jeder Schüler drei Aktionen aus, die er oder sie an diesem Tag durchführen möchte.

"Sieben Projekte werden sogar von den Schülern selbst angeboten. Wir haben dadurch die Chance bekommen, auch einmal etwas völlig anderes zu bieten, und zwar direkt von Schülern für Schüler. Dafür haben wir vorher unsere Schulkameraden genau gefragt, für was sie sich interessieren und was sie erwarten", berichtete Linus, der als Schülervertreter der Steuerungsgruppe angehört.

Lehrerin Ellen Wolter erklärt, wie der Health Care Day finanziert wird: "Wir erhalten Fördergelder vom Landesprogramm Bildung und Gesundheit und auch der Förderverein der Schule beteiligt sich. Außerdem haben wir viele ehrenamtliche Helfer.

Des Weiteren haben wir Spenden bekommen. Den Kletterturm zum Beispiel konnten wir im Mai durch eine erfolgreiche Teilnahme bei einem Förderwettbewerb der Spardabank finanzieren."

RP 23.08.2016

Hilfe für "Seiteneinsteiger"-Kinder

29. Juni 2016 |
 
Hilfe für „Seiteneinsteiger“-Kinder
 

Der irakische Assistenzlehrer Adnan Osman (an der Tafel) kann durch die Spende des Lions Clubs Ratingen noch mindestens bis Ende des Jahres als Unterrichtsbegleiter in einer Vorbereitungsklasse arbeiten. Darüber freuen sich (v.l.): Lions-Vize Michael Langenbach, Vorsitzender André Tünkers, Bürgermeister Klaus Pesch, Schulleiter Uwe Florin, Karen Holle (NeanderDiakonie), die Integrationsbeauftragte Zeliha Yetik und Stephanie Engelhardt (Schulverwaltungsamt). FOTO: Stadt Ratingen

Ratingen. Durch eine Spende des Lions Clubs Ratingen ist nun vorerst bis zum Jahresende der Einsatz eines muttersprachlichen Unterrichtsbegleiters in einer Vorbereitungsklasse am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium gesichert. Von der Redaktion

In der Vorbereitungsklasse werden aktuell 18 syrische und irakische Kinder mit dem Schwerpunkt „Alphabetisierung“ unterrichtet. Seit dem 1. März profitieren sie von der Unterstützung des irakischen Assistenzlehrers Adnan Osman. Das Projekt, das durch die Lions-Spende am Bonhoeffer-Gymnasium fortgesetzt werden kann, ließen sich jetzt der Vorsitzende André Tünkers und Vize Michael Langenbach im persönlichen Gespräch mit allen Beteiligten vor Ort erläutern. Aktuell gibt es in Ratingen 329 so genannte „Seiteneinsteiger“-Kinder mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen, davon 214 Asylbewerber, die vor allem aus Syrien (77) und aus dem Irak (52) stammen. Von den 329 Kindern besuchen 178 Jungen und Mädchen im Alter zwischen zehn und 15 Jahren eine der insgesamt neun Vorbereitungsklassen in weiterführenden Schulen. Um die Schulen bei der Unterrichtung der vielen neu zugewanderten Flüchtlinge zu unterstützen, hat die Stadtverwaltung in Kooperation mit der NeanderDiakonie ein besonderes Projekt ins Leben gerufen: Seit dem 1. März sind zwei Flüchtlinge mit pädagogischer Vorerfahrung in zwei Gymnasien als muttersprachliche Unterrichtsbegleiter eingesetzt. Den Projektstart ermöglicht hatte der Ratinger Prof. Dr. Jürgen Ringbeck, der mit einer großzügigen Erstspende zu Beginn des Jahres die Finanzierung beider Kräfte bis zum 30. Juni sichergestellt hat. Ein weiterer, dritter Assistenzlehrer beginnt seine Arbeit in diesen Tagen. Die nun erfolgte Zuwendung des Lions Clubs kommt schwerpunktmäßig dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium zu Gute. „Das Projekt hat uns sofort überzeugt, schließlich legen wir unser besonderes Augenmerk auf die Förderung der Jugend in Ratingen“, betonte Vorsitzender André Tünkers. Dass die Spende gut angelegt ist, konnte Schulleiter Uwe Florin versichern: „Wir haben mit dem Assistenzlehrer sehr gute Erfahrungen gemacht und sehen bei den Schülern große Fortschritte.“

(City Anzeigenblatt Duesseldorf 29.06.2016)

Wenn aus Gästen echte Freunde werden

31. Mai 2016 | 00.00 Uhr

Ratingen

Ratingen: Wenn aus Gästen echte Freunde werden
 

Am Bonhoeffer-Gymnasium tauschen sich deutsche Schüler mit ihren Gästen aus Vermillion aus, wie hier Noah (l.) und Clemens. FOTO: Janicki Dietrich

Ratingen. Seit gut einer Woche ist eine Gruppe amerikanischer Schüler am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in West zu Gast. Von Monika von Kürten

Vor drei Jahren ist das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (DBG) eine Partnerschaft mit der Vermillion High School eingegangen. Seitdem gibt es einen jährlichen Schüleraustausch zwischen den beiden Schulen.

"So ein Schüleraustausch ist eine tolle Sache. Ich kann eine Teilnahme nur weiterempfehlen", erzählte Simon. Bei ihm ist derzeit Alex zu Gast. Für die junge Amerikanerin ist es der erste Besuch in Deutschland, aber sie kennt ihren "house-brother", wie sie ihren Gastgeber nennt, schon. Denn ihr Bruder war bereits 2014 bei Simon zu Gast, und im Jahr darauf beherbergte ihre Familie den Ratinger Schüler. "Dieser Aufbau von persönlichen Freundschaften ist einer der größten Vorteile, den die Teilnehmer aus diesem Austausch ziehen können", sagte Kamden Dibley, die die jungen Amerikaner begleitete. Sie unterrichtet Deutsch in Vermillion. Die jungen Gäste scheuten sich allerdings noch ein wenig, Deutsch zu reden, denn an ihrer Schule lernen sie die Sprache insgesamt nur zwei bis drei Jahre. Aber in den jeweiligen Familien oder wenn sie mit ihren "housebrothers and -sisters" und deren Freunden unterwegs sind, bekommen sie ausreichend Möglichkeiten, in privatem Rahmen ihre Sprachkenntnisse auszuweiten.

Für die Gäste hat das DBG ein umfangreiches Programm ausgearbeitet, denn ihnen soll schließlich etwas von Deutschland gezeigt werden. Düsseldorf, Köln und Koblenz haben sie bereits besichtigt, ein Empfang bei Bürgermeister Klaus Pesch und eine Stadtführung durch Ratingen stehen noch auf dem Programm.

"Der Schüleraustausch ist ein Projekt der gesamten Schule, an dem sehr viele beteiligt sind. Darum haben die Gäste verschiedene Vorträge über das Leben in den Vereinigten Staaten vorbereitet, die sie in den einzelnen Klassen vortragen. Auf Englisch natürlich, damit auch die Schüler, die keinen Gast beherbergen, in den Genuss kommen, von Muttersprachlern etwas zu lernen, ", sagte Tanja Blum-Campa, Englischlehrerin am DBG. So wie die Ratinger Gymnasiasten im vergangenen Jahr in Vermillion, lernten die Besucher einiges über den Alltag in ihrem Gastgeberland kennen und dass nicht alle Deutschen jodeln, Lederhosen tragen und Sauerkraut essen.

"Hier ist alles viel kompakter und näher beisammen. Ich finde es toll, dass alle zu Fuß gehen und mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule fahren. Bei uns machen wir das alles mit dem Auto. Straßenbahnen und öffentliche Busse gibt es bei uns nicht", sagte Dawson. "Mir ist aufgefallen, dass hier alles viel gesünder und sauberer ist und dass es an den Straßenrändern viel mehr Bäume und Blumen gibt. Außerdem gefällt es mir, dass die Schüler hier unabhängiger sind und wegen des kürzeren Schultages wesentlich mehr unternehmen können", sagte Alex.

Ein Schüleraustausch bedeutet neben dem Erlernen der Sprache das Kennenlernen von Kultur, Land und Leuten einer anderen Nation sowie das Gewinnen und Erhalten neuer Freundschaften. Und so freuen sich sowohl amerikanische als auch deutsche Schüler schon jetzt auf ein Wiedersehen in 2017, wenn die Ratinger wieder zu Gast in Vermillion sind.

RP 31.05.2016

Westhäkchen proben den Aufstand

19. Februar 2016 | 00.00 Uhr

Ratingen

Ratingen: Westhäkchen proben den Aufstand
 

FOTO: Blazy, Achim (abz)

Ratingen. Mit "Programm X" wollen die Westhäkchen, die Kabarettgruppe des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums, an den großen Erfolg des vergangenen Jahres anknüpfen. Ein Probenbesuch. Von Wolfgang Schneider

West Heiner van Schwaben legt den Kopf ein bisschen schief. Das tut der Erdkundelehrer immer, wenn er nachdenkt, wie er leichte Kritik in Worte fassen soll: "Du musst die Stimmung der Nummer noch mehr zum Ausdruck bringen, Du musst die Nummer leben", sagt er in den Raum, wirft noch einmal einen intensiven Blick in den Text und gibt das Handzeichen zum Wiederholen. Und dann geht die Nummer von vorne los.

"Ja, so ist es besser", lobt van Schwamen noch während die Szene läuft. Als Regisseur der Westhäkchen, der Kabarettgruppe des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums (DBG) in West, lässt er den Schülern großen Spielraum, aber manchmal muss er eben doch eingreifen. Und die Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren wissen genau: Der Mann weiß, wovon er spricht.

Schließlich betreut er die Gruppe seit weit über 20 Jahren. Entspannter ist er dabei dennoch nicht geworden - erst recht nicht, wenn es so kurz vor der Premiere ist wie jetzt. Nur noch wenige Tage, und dann stehen die Westhäkchen mit ihrem neuen Programm auf der Bühne des Freizeithauses. "Bis dahin ist noch viel zu tun", weiß der Chef aus Erfahrung. "Es ist schwer, Termine zu finden, an denen wirklich alle können, denn die Schüler sind heutzutage zeitlich sehr beansprucht." An diesem Vormittag, an sich ist schulfrei, sind aber alle da und proben fleißig im Pädagogischen Zentrum des DBG. Bewegung ist jetzt angesagt, die Gruppe läuft über die Bühne. Das gehört zwar bisweilen auch schon einmal zu van Schwamens Entspannungsübungen, diesmal ist es jedoch Teil des Programms. Das trägt in diesem Jahr den Titel "Programm X".

Viel verraten wird über die Nummern des wie üblich mehr als zweistündigen Programms vorab natürlich nicht, aber es soll, so viel ist schon mal klar, ähnlich anspruchsvoll werden wie im vergangenen Jahr, als die Westhäkchen wohl das beste Programm ihrer Geschichte auf die Bühne brachten. Ob sie das Niveau halten können?

Der Regisseur ist optimistisch: "Es ist nicht so einfach diesmal, denn wir werden ständig von den aktuellen Entwicklungen überholt. Aber ich denke, dass wir auch diesmal wieder auf einem guten Weg sind." Dabei wird der Zuschauer auf den einen oder anderen bekannten Charakter treffen, aber auch Neues kennenlernen. Nicht nur das gesprochene Wort wird traditionell von Bedeutung sein bei den Häkchen. Mit solch talentierten Musikern wie Svenja Kupschus, Alexander Seidl oder Anton Lenger in der Gruppe ist es wohl selbstverständlich, dass es einiges zu hören geben dürfte. Damit alles sitzt, wird bis zur Premiere noch fleißig weiter geprobt.

Stellt sich nur die Frage, wo läuft der Mensch eigentlich hin? Vor sich selbst weg oder doch zu seinem Glück? Und wie ist das eigentlich in diesen unruhigen Zeiten? Sind wir nicht vielleicht alle ein bisschen überfordert mit den vielen Freiheiten, die in der Aufklärung ersonnen und in den Revolutionen erkämpft wurden? Vielleicht gibt es ja in der kommenden Woche Antworten.

RP 19.02.2016

Streit um neue Flüchtlingsklasse in West

23. Februar 2016 | 00.00 Uhr

Ratingen

Ratingen: Streit um neue Flüchtlingsklasse in West
 

Am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Ratingen West gibt es bereits eine Seiteneinsteigerklasse mit 26 Schülern. FOTO: achim blazy

Ratingen. Der Leiter des Bonhoeffer-Gymnasiums betont: Eine zweite Gruppe mit Seiteneinsteigern ist kurzfristig kaum machbar. Von Norbert Kleeberg

Die einzeilige Bitte kam Anfang Februar wohl aus heiterem Himmel, auf jeden Fall per E-Mail, formuliert von Kreisschulrätin Susanne Cortinovis-Piel. Adressat: Uwe Florin, Leiter des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Ratingen West. Man möge doch eine zweite Seiteneinsteigerklasse an der Schule einrichten, so der verbindlich klingende Wunsch.

Florin antwortete prompt und verwies auf bereits 26 beschulte Kinder seit November 2015, auf begrenzte räumliche Kapazitäten und die Zuständigkeit der Bezirksregierung Düsseldorf. Wenige Tage später kam die zweite E-Mail. Vorschlag: Man könne zwecks Einrichtung dieser Gruppe im Schichtbetrieb unterrichten lassen. Das brachte Florin vollends in Rage: In einer E-Mail an die Fraktionen und Mitglieder des Schulausschusses machte er seinem Ärger Luft.

Wörtlich schreibt er: "Die Art und Weise, wie zynisch hier von offizieller Seite im Kontext dieses hochprekären Themas ,Unterrichtsversorgung von Flüchtlingskindern' kommuniziert wird, offenbart pädagogische Verantwortungslosigkeit und unterrichtsorganisatorische Ignoranz (zumindest in Bezug auf die Schulform Gymnasium)." Auf RP-Nachfrage betont Florin, dass es sich hier um eine "Ohrfeige für alle Schulleiter" handele, die kurzfristig und ohne Vorgespräch aufgefordert werden, eine neue Seiteneinsteigerklasse einzurichten.

Florin unterstreicht: "Das geht ja nicht von jetzt auf gleich, wir brauchen weitere, speziell für diese Aufgabe ausgebildete Fachkräfte. Und das dauert seine Zeit." Neben der intensiven Betreuung der Seiteneinsteiger muss sich der Schulleiter um viele andere Dinge kümmern - auch um die nahe Zukunft: Fürs Schuljahr 2016/2017 liegen aktuell 75 Anmeldungen vor, dies würde für drei fünfte Klassen reichen.

Doch zurück zur Aktualität: Am kommenden Mittwoch wird sich der Schulausschuss ab 16 Uhr in der Cafeteria des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums mit neuen Seiteneinsteigerklassen beschäftigen. Florin will auf dieser Sitzung einige Fragen stellen, unter anderem diese Punkte herausgreifen: Wer trifft de facto die Entscheidung zur Zuweisung von Flüchtlingskindern auf die weiterführenden Schulen der Stadt Ratingen? Inwieweit ist das Schulverwaltungsamt überhaupt beteiligt?

Florin regt an, dass das Kreisschulamt über seine Direktorin Jeanette Völker aufgefordert wird, "seine subtilen Vorstellungen von schulischem ,Schichtbetrieb' vor ausgesuchten Gremienvertretern und Leitungsmitgliedern der weiterführenden Schulen Ratingens zu erläutern".

Rückendeckung bekommt der Leiter des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums von der SPD-Fraktion, die von der Verwaltung einen Sachstandsbericht fordert. Christian Wiglow und Joachim Galinke, die beiden Fraktionsspitzen, stellen fest: "Aus Sicht der SPD-Fraktion ist die Einschätzung des Schulleiters voll umfänglich zutreffend."

Die Fraktion will wissen, wie hoch die Zahl der zu erwartenden Schüler ohne Deutschkenntnisse ist und wie diese Jugendliche auf die Schulen verteilt werden sollen. Es gibt also jede Menge Klärungsbedarf.

RP 23.02.2016

2015

Mit Labortestat durchs Gymnasium

4. November 2015 | 00.00 Uhr

Ratingen

Ratingen. An den Methodentagen lernen Gymnasiasten Außerschulisches für die Schule. Von Valeska von Dolega

Ob Sonntag- oder Mittwochmorgen, Irenes (12) Wecker klingelt immer zur gleichen Zeit. "Denn wenn ich lernen muss, mache ich das am besten morgens." Damit ihre innere Uhr nicht durcheinander kommt, behält sie diesen Rhythmus am Wochenende bei. Methoden, das erforderte Pensum zu verinnerlichen, gibt es viele. "Da muss jeder seinen eigenen Weg finden", kennt Marius (15) keine Faustregel. Sein Tipp ist, beim Lernen "mit System" vorzugehen. Und wie das ausschauen kann, hat er sich ursprünglich beim Methodentag abgeguckt.

Den veranstaltet das Organisationsteam um Lehrerin Nelie Pannen am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium jetzt zum zehnten Mal. Drei Tage erlernen alle Kinder von Klasse 5 bis zur Q2, und das sind derzeit 647 Schüler, wie sich mit kleinen Tricks die großen Dinge im Schulalltag noch besser bewerkstelligen lassen.

"Die einzelnen Module bauen aufeinander auf", erklärt Uwe Florin, der seit 15 Jahren das Gymnasium in West leitet. Dem Alter entsprechend sind die einzelnen Bausteine konzipiert, so setzen sich die Fünftklässler zum Beispiel mit "Lesemethoden" auseinander. "Dabei lernen sie nicht bloß, verständlich vorzutragen", sagt der Rektor. "Sie lernen beim Lesen, Wichtiges von Irrelevantem zu unterscheiden und Inhalte korrekt wiederzugeben." In Klasse 6 wird das Grundprinzip dann als "Leseführerschein" ausgebaut und findet in Klasse 8 beim Thema "Referate" seine Fortsetzung und Ausführung.

Neben Trainings zu kognitiven Fähigkeiten und berufsorientierten Vorbereitungen, die unter anderem von Kooperationspartnern verschiedener Universitäten und Fachhochschulen referiert werden, gibt es auch spezielle Einheiten, die überhaupt den regulären Unterricht vorbereiten. Der Laborführerschein ist dafür ein Beispiel. Dafür sitzen die Siebtklässler bei Meike Drews und lernen an verschiedenen Stationen "grundlegende Techniken", wie die Chemielehrerin sagt. Damit die Lehrerin nämlich später Experimente durchführen lassen kann, "ohne dass der Raum abgefackelt wird", müssen die Kinder den fehlerfreien Umgang mit Bunsenbrenner, Pipette und Co. "zuverlässig lernen". Weil dafür im Unterricht nicht ausreichend Muße ist, kommen die Methodentage gerade recht. "Hier haben wir auch Zeit, das Erlernte abzufragen und im Bedarfsfall direkt nachzuhaken", verweist sie auf die Zusammenarbeit mit den Kollegen. Grundsätzlich gestaltet Meike Drews ihren Unterricht "so praxisnah wie möglich". Um Schüler aktiv einzubinden, ist der Laborführerschein vom Methodentag ein wichtiges Hilfsmittel.

RP 04.11.2015

2014

Neue Klasse für Flüchtlinge: RP-Bericht 29.11.2014

Westhäkchen-Theater: RP-Bericht 13.02.2014

 Methodentage: RP-Bericht Oktober 2014

Gymnasiasten tauchen in Praxis ein

Ratingen    

Ratingen: Gymnasiasten tauchen in die Praxis ein            
 

Cara und Linus aus der Klasse 8c versuchen sich in der Décalcomanie, das sind Zufallsbilder mit Hilfe der Technik des Abklatschverfahrens.            FOTO:  Dietrich Janicki                                

Ratingen.       
Methodentage am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium. 560 Schüler und 60 Lehrer arbeiten abseits der Schulfächer. Von Dirk Neubauer
 
Im ersten Moment hat sich Lehrerin Nelie Pannen erschreckt: Aus dem Klassenraum der 6c flieht eine Schülerin mit versteinerter Miene. Es sieht so aus, als würde das Mädchen gleich losweinen. Doch stattdessen grient sie plötzlich breit. "Wir sollen ein Gefühl so darstellen, dass es möglichst echt wirkt", klärt Mitschülerin Sophie (11) auf. Das Schauspiel ist Teil des "Sozialen Trainings", bei dem sich die Klasse mit Emotionen auseinandersetzt. Einige Räume weiter torkeln Mitschüler einer 9. Klasse durch den Raum, weil sie - zur Abschreckung - eine Rauschbrille tragen, die die Wirkung von Alkohol simuliert, ohne dass man einen Schluck getrunken haben muss. Und die 8c denkt gerade intensiv über ein schulinternes Werbeplakat für den Mittelstufenraum nach, sucht nach einem griffigen Slogan, probiert Farben aus, ist rundherum kreativ.

Das sind nur drei Beispiele von vielen für die Methodentage am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (DBG). Drei Tage lang war nach den Herbstferien in der Schule alles anders. Für die "Methodentage" verließen 560 Schülerinnen und Schüler und 60 Lehrer die klassischen Schulfächer.

Stattdessen lernten sie, wie man lernt, eine Gruppenarbeit organisiert oder ein Referat hält. Fünftklässler erfuhren eine Menge über die gesunde Klasse; die Neuner setzten sich mit der Volksdroge Alkohol auseinander oder absolvierten ein freiwilliges soziales Praktikum. Manche Oberstufenschüler traten - völlig ungewohnt - zum Unterricht in Anzug und Krawatte an: Mit Hilfe der Barmer Ersatzkasse nahmen sie an einem Assessment-Center teil, wie es mittlerweile für die Besetzung von Stellen in der Wirtschaft üblich ist.

"Inzwischen gibt es diese drei Methodentage zum neunten Mal bei uns", sagt DBG-Schuldirektor Uwe Florin. Dabei werden Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt, die den Schülern das gesamte Leben hindurch nützlich sein sollen. Die Themen sind auf die Jahrgangsstufen abgestimmt; jede Stufe durchläuft drei Themen an drei Tagen. Ein hoher Praxisanteil soll dafür sorgen, dass es spannend bleibt und möglichst jeder die Chance bekommt, das Gelernte gleich selbst auszuprobieren. Die Räume sind dabei jeweils mit zwei Lehrern besetzt - um kleine Arbeitsgruppen zu ermöglichen.

 "Wir haben festgestellt, dass die Methodentage unseren Schülern wichtiges Rüstzeug mitgeben", sagt Direktor Florin. Nach jedem Dreitage-Marathon füllen Schüler wie Lehrer Feedback-Bögen aus. Die vom vergangenen Jahr hat Lehrerin Nelie Pannen ausgewertet, um das Angebot noch besser auf die Klassen und Jahrgänge abstimmen zu können. So rutschte das Thema "Recherche in der Bibliothek und per Computer" aus der Jahrgangsstufe 9 in die siebten Klassen. "Die Neuner kannten das Meiste davon schon", hat Pannen aus den Feedbackbögen erfahren.

Beinahe verdoppelt hat sich im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Stellen im freiwilligen sozialen Praktikum bei karitativen Organisationen wie der Arbeiterwohlfahrt, einigen Kindergärten, dem Sozialdienst katholischer Frauen (SKF), der Diakonie in Kaiserswerth und der Helen-Keller-Schule. Für 38 Jugendliche ein Blick in eine andere Welt.

"Natürlich können wir in diesen drei Methodentagen nur Anregungen und Einblicke geben", weiß Florin. Wichtig sei es deshalb, dass das Kollegium im normalen Unterricht immer wieder auf die gezeigten Methoden zurückkomme. Damit das Wissen der drei tollen Tage nicht verloren geht, bekommt jeder Schüler in der fünften Klasse einen "Methodenordner". Dort soll all das Material abgelegt werden, dass die Jungen und Mädchen bekommen. Florin hofft, "dass dieser Ordner nicht verloren geht, sondern am Ende der Schule prall gefüllt ist, mit Methodenwissen."

Quelle: RP

SommerLeseClub 2015: Ratinger Wochenblatt - Bericht 09.09.2015

2013

Kreis Mettmann

Digitale Pinnwände kommen

Das Gymnasium und die Realschule in Lintorf sollen umgehend damit ausgestattet werden. Andere Schulen müssen noch warten.

Der Wunsch vieler Schulen: Vertretungen und Klausurtermine werden digital angezeigt.
Der Wunsch vieler Schulen: Vertretungen und Klausurtermine werden digital angezeigt. David Young

Der Wunsch vieler Schulen: Vertretungen und Klausurtermine werden digital angezeigt.

Ratingen. Die Vorteile liegen auf der Hand: einfachere und schnellere Kommunikation für Schüler und Lehrer. Die Kosten sind laut Bürger-Union (BU) überschaubar: 3000 Euro pro Schule. Dennoch gab es mit den anderen Fraktionen heftigen Streit um die digitalen „schwarzen Bretter“, die die BU an allen weiterführenden Schulen einführen möchte.

„Das ist eine großartige Sache, die prima funktioniert.“

Ralph Basten, stellvertretender Schulleiter des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums übers digitale schwarze Brett

Der Zank wurde am Donnerstag ein Stück weit beigelegt: Einstimmig beschloss der Stadtrat, das Kopernikus-Gymnasium und die Lintorfer Dependance der Käthe-Kollwitz-Realschule sofort mit den digitalen Anzeigen auszustatten. Die beiden Schulleiter, Roland Loos und Ekkehard Witthoff, hatten bereits im Schulausschuss den besonderen Bedarf begründet. Die Schüler beider Schulen werden an zwei Standorten unterrichtet: Das Kopernikus kooperiert in der Oberstufe mit dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (DBG) in West, was eine ständige Abstimmung von Stundenplänen, Klausurterminen und Vertretungen erfordert. Loos: „Betroffen sind rund 600 Schüler. Die wissen am Morgen oft nicht, was an der anderen Schule passiert.“

Auch die Lintorfer Realschul-Filiale muss mit dem Hauptstandort in West kommunizieren. Derzeit funktioniert das via Fax, das jeweils ausgedruckt, zur Pinnwand gebracht und angeheftet werden muss.

Bürger-Union: Kostenschätzung der Verwaltung ist „realitätsfern“

Der Streit hatte sich vor allem an den Kosten entzündet, die die Verwaltung für alle weiterführenden Schulen mit 50 000 bis 60 000 Euro angesetzt hatte. Die BU hält die Kostenschätzung der Schulverwaltung für „realitätsfern“. Nach Aussage eines Fachmannes seien bei sechs auszurüstenden Schulen aufgerundet 20 000 Euro erforderlich. Die Fraktionsspitzen Alexander von der Groeben und Angela Diehl werfen den Kritikern der digitalen Pinnwände „steinzeitliches Denken“ vor: Dass die CDU im Schulausschusses vor Freigabe der erforderlichen Mittel den Bedarf an den Schulen ermitteln lassen wollte, sei „kaum glaubhaft“.

Der FDP-Antrag („Zuschussgewährung soweit es der Haushalt zulässt“) sei angesichts eines Etatvolumens von 240 Millionen Euro „lächerlich“. Und die Argumentation der Verwaltung, man müsse Eingriffe in den Datenschutz sorgfältig prüfen, zeige „fehlende Sachkenntnis“, schrieben die BU-Politiker in ihrem Antrag, wenigstens das Lintorfer Gymnasium und die Realschul-Dependance umgehend mit den elektronischen Pinnwänden auszustatten. Dem folgte dann die Mehrheit im Rat.

Drei Schulen haben bereits digitale Pinnwände

Das Berufskolleg, die Kollwitz-Realschule und das DBG haben bereits digitale Schwarze Bretter. „Das ist eine großartige Sache, die prima funktioniert“, sagt Ralph Basten, stellvertretender Schulleiter des DBG. Es spare viel Papier, sei immer aktuell und komfortabel zu bedienen. „Zur Not kann ich auch einmal von Zuhause den Vertretungsplan aktualisieren“, sagt Ralph Basten. Finanziert hat die Anlage der Förderverein.

WZ 26.09.2013

Kreis Mettmann

Veranstaltungssaal: XXL-Zentrum fürs Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium

Bonhoeffer- Gymnasium will zwei Millionen Euro teuren Bau für Infoabende, Aufführungen und den Ganztag nutzen.

Schulleiter Uwe Florin freut sich über das neue Pädagogische Zentrum mit seinem schönen Saal.
Schulleiter Uwe Florin freut sich über das neue Pädagogische Zentrum mit seinem schönen Saal. Stefan Fries, Bild 1 von 2

Schulleiter Uwe Florin freut sich über das neue Pädagogische Zentrum mit seinem schönen Saal.

Ratingen. Ein schöneres Geschenk zum 35. Geburtstag hätte das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (DBG) nicht bekommen können: Zum gerade begonnenen Schuljahr wird Freitag das nagelneue Pädagogische Zentrum (PZ) offiziell eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Zwei Jahre hat die Schulgemeinde Dreck und Baulärm ertragen, noch viel länger hat das Warten aufs PZ gedauert. Aber es hat sich gelohnt.

„Die Stadt ist uns in vielen Punkten entgegengekommen.“ (Uwe Florin, Schulleiter)

Der 17 mal 17 Meter große Innenhof des Schulgebäudes wurde mit Glas überdacht und zu einem hochmodernen Veranstaltungssaal mit Bühne, Empore und Nebenräumen umgestaltet. Er ist mit einer computergesteuerten Lichttechnik und einer Klimaanlage ausgestattet und entspricht den „allerneusten baurechtlichen Vorschriften“, sagt Schulleiter Uwe Florin.

Das PZ ist rollstuhlgerecht, darüber hinaus verfügt es über Funktechnik für Hörgeschädigte. Spezielle „taktile Fliesen“ führen Blinde oder Sehbehinderte von der Erfurter Straße aus direkt in den Saal. Florin: „Die wurden quer übers Schulgelände neu verlegt.“ Dass die Fliesen mit ihren Noppen und Rillen nun die Putzkräfte zur Verzweiflung bringen, müssten sie hinnehmen.

Gut zwei Millionen Euro hat die Stadt in Planung, Bau und Einrichtung des PZ investiert. Rund 260 Stühle passen in den Saal und auf die Empore – ideal für Theateraufführungen, Infoabende und Konferenzen. Gerade erst wurden die neuen Fünftklässler dort begrüßt.

Abiturnoten liegen auf Landesniveau

Aber auch die Kabaretttruppe „Westhäkchen“ wird eine neue Spielstätte bekommen, ebenso die Theater- und Literaturgruppen. „Die Stadt ist uns in vielen Punkten entgegengekommen“, lobt Florin die Zusammenarbeit mit der Verwaltung.

Das zwei Millionen Euro teure Pädagogische Zentrum wird Freitagmittag durch Bürgermeister Harald Birkenkamp offiziell eingeweiht. Das PZ bietet nicht nur einen großen Veranstaltungssaal, sondern auch dringend benötigte Nebenräume.

Auch für die Ganztagsbetreuung ist das neue PZ ein riesiger Schritt nach vorn. Im Saal ist jetzt Platz für mehrere Gruppen, die nicht mehr auf improvisierte Ausweichquartiere wie Turnhalle oder Foyer angewiesen sind.

Rund 400 Schüler – die komplette Sekundarstufe 1 – sind in den Ganztagsbetrieb eingebunden. Florin: „Wir bieten den gebundenen Ganztag an, also ist die Teilnahme verpflichtend.“ Dafür hätten Eltern die Garantie, dass ihre Kinder bis zum Nachmittag betreut werden.

Nicht zuletzt durch das Ganztagsangebot hat sich das „Bonhoeffer“ in den 35 Jahren seines Bestehens einen festen Platz in der Ratinger Schullandschaft gesichert – mit knapp 700 Schülern, konstanten Anmeldezahlen sowie festen Kooperationen mit den beiden anderen Gymnasien.

Stolz ist Schulleiter Uwe Florin darauf, dass das DBG bei den Abiturnoten auf Landesniveau liege – und das bei einem Migrantenkinder-Anteil von 40 Prozent. Seine Wünsche für die Zukunft: Toiletten sanieren und Lehrerzimmer erweitern.

WZ 11.09.2013

2012

2011

Klein geht, Großes bleibt

21. Juli 2011 | 00.00 Uhr

Ratingen

Klein geht, Großes bleibt
Ratingen. Seit dem März 1994 hat Ernst Klein das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (DBG) geleitet. Gestern wurde der 62-Jährige im Freizeithaus West verabschiedet. Uwe Florin wird neuer Direktor. Von Norbert Kleeberg

RATINGEN WEST Klein geht, Großes bleibt. So haben Thorsten Kater und Chris Bender im Auftrag der Schülervertretung mit Blick auf den Abschied des scheidenden Direktors in einem Schreiben getitelt. Gestern nun war der Tag, an dem der 62-Jährige im fröhlich-festlichen Rahmen Abschied nahm vom Amt des Direktors am DBG in Ratingen West. Klein nutzt das sogenannte Altersteilzeitblockmodell. 2014 geht er dann in den endgültigen Ruhestand.

Wie beliebt der Deutsch- und Englischlehrer ist, zeigte die liebevoll gestaltete Veranstaltung im Freizeithaus West. Vertreter aus Politik und Verwaltung, langjährige Weggefährten aus dem Schulbereich, ja ehemalige Schüler waren gekommen, um Kleins Wirken heiter und pointiert zu würdigen.

Mit im Spiel war viel Musik, denn die Freude an Melodie und Rhythmus gehört zu den Passionen des Pädagogen, den es nicht unbedingt und mit aller Macht auf den Posten des Direktors zog. Doch es kam eben anders. Seit März 1994 leitete er die Schule zunächst kommissarisch, seit Januar 1997 dann auch offiziell.

"Pfeiler in der Schullandschaft"

Detlev Leven, Leiter des Kopernikus-Gymnasiums in Lintorf, stellte die Arbeit seines Kollegen besonders heraus: Klein habe das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium zu einem "Pfeiler in der Ratinger Schullandschaft" gemacht. Unter Kleins Regie wurde der Ganztag am DBG eingeführt. Er stand nachhaltig und unbeirrbar für zentrale Projekte ein: Bau der Cafeteria und des Pädagogischen Zentrums. Das hat zweifellos viel Kraft gekostet. Verwaltungstechnische Aufgaben nahmen in den vergangenen Jahren jede Menge Zeit in Anspruch.

Das hat Klein nicht unbedingt geliebt, aber es musste sein. Die Beharrlichkeit habe sich ausgezahlt, resümierte er gestern zufrieden. Er übergibt ein "gut bestelltes Haus" an seinen Nachfolger Uwe Florin. Auch dies ist typisch für Klein. Er hofft, dass sein Kollege nach den Sommerferien offiziell das Amt übernehmen wird. Der Rat hat bereits seine Zustimmung gegeben, das letzte offizielle Wort hat allerdings die Bezirksregierung.

Was die Gäste an Klein schätzen? Klare Antworten aus den Reihen der Redner: Gelassenheit, Freundlichkeit sowie eine große Bereitschaft, Anregungen und Problemen der Schüler die nötige Aufmerksamkeit zu schenken.

Nun wird Klein also Zeit haben für Hobbys. Ganz oben auf der Rangliste der Leidenschaften steht die Fortuna aus Düsseldorf, die mit einem 2:0-Sieg über den VfL Bochum sehr ordentlich in die neue Fußball-Saison gestartet ist. Er will sich aufs Motorrad setzen und der Zeit davon düsen.

Bereits am Vortag hatte die Schülervertretung den langjährigen Direktor mit einem rauschenden Fest verabschiedet. Klein geht nun also, Großes ist geblieben.

Quelle: RP

Lehrer Schneider legt los

8. September 2011 | 00.00 Uhr

Ratingen

Ratingen: Lehrer Schneider legt los
 

Die Schule hat begonnen! FOTO: ddp, ddp

Ratingen. Schulstart: Sebastian Schneider unterrichtet am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium. Der neue Lehrer für Englisch und Geschichte pendelt zwischen Rheinbach und Ratingen. Auch an anderen Schulen gibt es neue Pädagogen. Von Daniela V. Dellingshausen

Die Schule hat begonnen! Gewusel in den Pausenräumen, Feierlichkeiten in den Aulen, viele Fragen, Neuorientierung in den Gängen. Das betraf gestern nicht nur die neuen Schüler, sondern auch die neuen Lehrer. Einer von ihnen: Sebastian Schneider. Der 30-Jährige arbeitet von nun an am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in West. "Er hat uns schlichtweg überzeugt", sagt Schulleiter Uwe Florin. "Uns gefiel vor allem seine positive Einstellung zum neuen Ganztagsbetrieb."

Schneider wird in Zukunft in den Fächern Englisch und Geschichte alle Jahrgänge unterrichten. "Ich bin Lehrer geworden, weil ich selbst sehr gerne zur Schule gegangen bin", erzählt er. "Außerdem arbeite ich sehr gerne mit Jugendlichen zusammen und habe vor, ihnen neben dem Unterrichtsstoff auch soziale Kompetenz und Methoden beizubringen", erläutert er seine Ziele. Sehr gefreut habe ihn die Hilfsbereitschaft im Lehrerkollegium mit Blick auf die Wohnungssuche. "Ich pendele zurzeit noch 110 Kilometer pro Strecke aus Rheinbach und suche dringend eine Bleibe", sagt er.

Neu in Ratingen ist auch die aus Aachen stammende Stefanie Dohmen. Am Carl Friedrich von Weizsäcker-Gymnasium unterrichtet die 28-jährige zukünftig Chemie und Englisch. "Meine vier neuen Kollegen und ich fühlen uns schon jetzt gut aufgehoben", lobt sie. Schließlich gelte es, mit dem Neuanfang bezüglich der Schulstrukturen schnell klarzukommen. Als "Siebener im Lotto" bezeichnet Schulleiter Bernhard Römmel die Tatsache, dass er ab diesem Schuljahr auch seltenere Fächer wie Physik und Chemie besetzen könne. "Wir haben insgesamt fünf neue Lehrer an unserer Schule. Es sind zuvor ein paar Kollegen pensioniert worden."

Nicht weniger schwierig zu ergattern sei laut Schulleiter des Lintorfer Kopernikus-Gymnasiums, Detlev Lewen, das Fach Evangelische Religion. Die 29-jährige Christiane Busch wird zukünftig dieses Fach unterrichten. Neu im Schulboot sitzen mit ihr noch drei weitere junge Kollegen. "Ich bin heute ganz euphorisiert", erzählt sie über ihre Premiere. Am ersten Tag habe sie bereits die Stufen sechs, neun und zwölf unterrichtet. "Die Schule hat mich durch ihre überschaubare Größe überzeugt und nicht zuletzt auch durch die liebevoll gestaltete Homepage. Das spiegelt alles hier wider", so Busch.

Vor allem in dem aktuellen Doppeljahrgang 12/13 sehe sie eine große Herausforderung. "Und darin, mir möglichst schnell alle Namen zu merken", sagt sie lächelnd. Als Wohnort habe die in Sachsen-Anhalt geborene Lehrerin bewusst Düsseldorf gewählt. "Das ist nah genug dran, aber weit genug weg, um auch mal abschalten zu können." Nach ihrem Studium in Leipzig sei die Orientierung Richtung NRW vor allem wegen der guten Infrastruktur ausschlaggebend gewesen.

(RP/rl)

RP vom 08.09.2011

2010

Zeitzeugen im Unterricht

22. Januar 2010 | 12.53 Uhr

Ratingen

Ratingen: Zeitzeugen im Unterricht
 

DBG-Schülerinnen im Gespräch mit ehemaligen DDR-Häftlingen. FOTO: RPO

Düsseldorf. "Wir waren 100 000 Mann zu wenig und 40 Jahre zu früh", stellte Dieter Rother, Jahrgang 1932, ehemaliger politischer Häftling der DDR, zu seinen Aktivitäten 1950 im Zeitzeugengespräch fest. Er und Wilfried Elsner waren von der Fachkonferenz Geschichte des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums (DBG) zum Zeitzeugengespräch mit den Schülern des 13. Jahrgangs eingeladen. Was war Dieter Rothers Vergehen? Nach der Niederlage des NS-Regimes hoffte er auf ein demokratisches Deutschland.

Doch in der Ostzone, von den Sowjets besetzt, stellte sich bald heraus, dass nur die SED, 1946 aus der Zwangsvereinigung von SPD und KPD entstanden, das Sagen hatte. Dieter Rother und seine Freunde folgten 1950 der Aufforderung des US-Generals Mc Cloy und beteiligten sich an den so genannten "F-Aktionen: "F" stand für Freiheit in der DDR. Also wurde nachts in Frankfurt/Oder die Parole "Gesamtdeutsche freie Wahlen" gepinselt.

Am 22. April 1950 wird Rother vom KGB abgeholt, verbringt dreieinhalb Monate in einer zwei mal vier Meter großen Zelle mit vier Personen. Sie müssen 16 Stunden am Tag stehend verbringen. Es gibt minimalste Hygiene, selbst Wasser zum Waschen wird verweigert, Kontakte nach außen gibt es nicht. Am 20. Juli 1950 wird er nach sowjetischem Recht verurteilt: Ein Militärtribunal schickt ihn für zehn Jahren in Haft wegen "antisowjetischer Agitation und illegaler Gruppenbildung".

Rother wird im Gefängnis Bautzen, das im DDR-Jargon "gelbes Elend" heißt, weggeschlossen. Anfang 1954 wird er entlassen und flieht in den Westen. Wilfried Elsner verlebt eine unbeschwerte Jugend in Sachsen, durchläuft die vielfältigen Bildungsetappen des SED-Regimes: Schule, Junge Pioniere, FDJ, Jugendweihe. Er leistet seinen Dienst in der Nationalen Volksarmee (NVA), studiert Pädagogik, Sport und Deutsch.

Ihm steht eine Karriere im Bildungssystem der DDR offen. Im Schuldienst in Berlin kann er Vergleiche ziehen mit West-Berlin. Das Konzert des Regimekritikers Wolf Biermann 1976 in Köln gibt den Ausschlag: Sein Schulkollektiv fordert eine Unterschrift unter die Solidaritätserklärung zur Ausbürgerung Biermanns aus der DDR, er weigert sich, Fluchtgedanken reifen, 1981 versucht er, über Ungarn die Grenze zu Jugoslawien zu überschreiten.

Zwei Kilometer vor der Grenze wird er verhaftet und von Budapest nach Berlin geschafft. Sechs Monate Stasi-U-Haft ohne Kontakt nach außen folgen. Er wird wegen Republikflucht mit 20 Monaten Freiheitsentzug bestraft, 1982 wird er von der Bundesrepublik freigekauft. Die Bonhoeffer Schüler zeigten sich bewegt vom Freiheitseinsatz der beiden Zeitzeugen. Die Veranstaltung war mit Dr. Frank Hoffmann, Deutschlandinstitut der Ruhr-Uni Bochum, und dem Landesvorsitzenden der Gemeinschaft ehemaliger politischer Häftlinge e.

V., Detlef von Dechend, organisiert worden.

Quelle: RP

Ganztags zum Abitur

26. November 2010 | 00.00 Uhr

Ratingen

Ganztags zum Abitur
Düsseldorf. Welche weiterführende Schule ist die richtige für unser Kind? Vor den Anmeldefristen stellt die RP Schulprogramme und -profile vor. Heute: Dietrich Bonhoeffer-Gymnasium in West. Von Kathrin Schäfer

Ratingen West Das Dietrich Bonhoeffer-Gymnasium (DBG) ist die einzige gebundene Ganztagsschule unter den Ratinger Gymnasien. Was bedeutet eine Entscheidung für das DBG? "Wir reagieren mit unserem Ganztagsschulen-Konzept auf die Bestimmungen von G8", sagt Ganztagskoordinator Karl-Heinrich Gilson.

Die Ganztagsschule, mit Nachmittagsunterricht bis 15.45 Uhr, gibt nun die Möglichkeit, Unterricht, Übung und Förderung gleichermaßen von Profis durchführen zu lassen. Ein markanter Unterschied zu den übrigen Gymnasien. Wo diese nämlich von Eltern und Oberstufenschülern betreute Nachmittagsangebote anbieten, findet am DBG Unterstützung durch Fachlehrer statt. Und das heißt: Das Bildungsziel durch mehr Fachunterricht besser erreichen.

Petra Korfmacher, Erprobungsstufen-Koordinatorin, fasst die besondere Einstellung am DBG in Worte: "Der Gedanke 'Schüler sollen es schaffen, die erfolgreiche Schulausbildung Abitur abzuschließen' ist uns ein persönliches Anliegen. Die Option' bei Problemen die Schule zu wechseln, ist für uns keine. Das ist zwar sehr zeitintensiv, aber dann ist es eben so."

Für ihr intensives Konzept plant Schulleiter Ernst Klein ein modernes, pädagogisches Zentrum, das den Innenhof, das Artrium, überdachen und als Herzstück Raum für die Gestaltung des ganzheitlichen Schultags geben soll. Doch bereits jetzt trägt ein Lernstudio mit Fach- und Jugendliteratur sowie sechs Computern zum Zurückziehen, um in Eigenregie zu arbeiten, zur Erfüllung des Bildungsauftrags bei.     Weitere Besonderheit des DBG sind die Methodentage, eine Blockveranstaltung getreu dem Motto "Lernen lernen".

Gilson und Kollegen kooperieren dabei mit Partnern aus öffentlichem Leben und Wirtschaft. "Persönliche Organisation" lernen Fünftklässler, "Gedächtnis-Training" und "Ernährung". Reinhilt Frese-Radeck, Koordinatorin des Themenblocks "Schule und Gesundheit" schafft mit ihrer Arbeit wichtige Voraussetzungen für Konzentration: "Durch die Ganztagsbetreuung kommt der Schule eine außerordentliche Rolle in puncto Lebensführung zu." Wer nicht ausgewogen isst, fühlt sich auch geistig nicht so fit. Speisen gibt es in der 2011 neu entstehenden Cafeteria mit belegten Broten zu 1,10 Euro. Oder in der mit der Gesamtschule gemeinsam genutzten Mensa im Abo zu drei Euro.

Zum Tag der offenen Tür lädt das Lehrerteam ein: "Wir stellen uns vor, wie wir sind", sagt der Schulleiter. Klein achtet beim Aufnahmegespräch auf ebenso viel Authentizität. So lässt er sich die Zeugnisse der Viertklässler gerne von den Kindern selbst zeigen. "Wenn da die Eltern das Wort übernehmen, ist das nicht so gut. Wer von uns hört 'das klappt', der traut sich was zu."

Quelle: RP

Ratingen: Westhäkchen schweben über den Wolken

Bonhoeffer-Gymnasiasten feiern am 27. Januar Premiere.

Ratingen. Über den Wolken nennt die Kabarettgruppe des Bonhoeffer-Gymnasiums, "Die Westhäkchen", ihr neues Programm, das sie am 27., 28. und 29. Januar jeweils um 19.30 Uhr im Freizeithaus West präsentieren. Ausgehend von ihrer politischen Schlüsselnummer aus dem Vorjahr mit ihrem jugendlichen Bekenntnis "Wir verstehen das alles nicht!", gehen sie jetzt der Frage auf den Grund, ob dahinter nicht System stecken soll. Soll der junge Mensch, aber auch der Normalbürger gar nicht mehr verstehen? Sind das Zurückhalten von Informationen, aber auch das Erschlagen mit Informationen nicht letztlich nur scheinbar widersprüchliche Strategien, um den Zustand der Unwissenheit zu zementieren?

Politik scheint abgehoben über den Wolken gemacht zu werden, so wie in der Antike, als die Antworten der Götter auf die Fragen des Volkes beim Orakel von Priestern im Trancezustand verschlüsselt und undurchsichtig den Menschen verkündet wurden. Es scheint auch so, dass die großen Prozesse in Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft nicht mehr mit dem Verstand zu erfassen sind. Die "Häkchen" gehen mit der ihnen eigenen Mischung aus Kabarett, Comedy und Show und jugendlicher Unbekümmertheit vor und bieten intelligente Unterhaltung an.

Karten (Schüler drei, erwachsene fünf Euro) gibt es im DBG-Sekretariat, bei Johann und Wittmer, im Kulturamt und Reisebüro Tonnaer.

 

Westdeutsche Zeitung, 15.01.2010

2009

Patznot: Schule schlägt Alarm

30. November 2009 | 13.36 Uhr

Ratingen

Düsseldorf. Am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in West werden die fünften Klassen im Ganztag unterrichtet. Vorteil: Lehrer sind auch bei der Hausaufgabenbetreuung dabei. Doch es fehlen Räume und ein Pädagogisches Zentrum. Von Norbert Kleeberg

WEST Operation Ganztag – eine Herkulesaufgabe für Schüler, Eltern und Lehrer. Am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (DBG) im Stadtteil West gibt es drei fünfte Klassen, die den schulischen Alltag mit neuem Konzept stemmen wollen. Das Zeitraster sieht an drei Tagen (Montag, Mittwoch, Donnerstag) für die Klasse fünf Unterricht (mit Hausaufgabenbetreuung) bis 15.45 Uhr vor.

Am Dienstag- und am Freitagnachmittag werden zusätzlich Arbeitsgemeinschaften angeboten. "In der Regel soll es so sein, dass die Kinder nach der Schule nichts mehr mit den Hausaufgaben zu tun haben", erklärt Petra Korfmacher, die Koordinatorin der Erprobungsstufe.

Die ersten Monate mit neuem Konzept haben sich gut angelassen, auch für Lehrer Klaus Wittfeld, der eine fünfte Klasse unterrichtet: "Wir arbeiten im Team, wir wissen genau, wo es bei den Hausaufgaben oder im Unterricht Probleme gibt. Und es gibt einen kompletten Vertretungsunterricht."

Alles bestens also? Ralph Basten, der stellvertretende Schulleiter, weiß um die Hilfe der Stadt, die bereits Sanierungsmaßnahmen am DBG eingeleitet hat. Doch der Wunschzettel ist lang. Und er beinhaltet zahlreiche Prioriäten, wie Hubert Vonnahme erzählt. Der Lehrer ist für die Koordination der Sanierungsprojekte zuständig. Die Schule habe keine Aula, benötige dringend einen großen Versammlungsraum. Die Physikräume seien seit rund 30 Jahren nicht mehr überarbeitet worden. Kurzum: Baulich ist das DBG ganz und gar nicht auf Ganztag eingestellt. Der wichtigste Wunsch aus Sicht der Schüler, Eltern und Lehrer ist der Bau eines Pädagogischen Zentrums (PZ), auch als baulicher Beleg dafür, dass die Schule ihren festen Platz in West hat.

"Treibhäuser der Gesellschaft"

Wie viel Druck auf den Kindern, Eltern und Lehrern lastet, beschreibt Silke Stroh, Klassenpflegschaftsvorsitzende der 5 b: "Die Schulen sind die Treibhäuser der Gesellschaft. Es muss möglich sein, dass die Kinder unter ordentlichen Bedingungen lernen und arbeiten. Schließlich sollen sie einmal die Leistungsträger der Gesellschaft sein." In der Regel seien die Schüler, die eine fünfte Klasse besuchen, zehn Jahre alt, mit einer Wochenarbeitszeit von 31 Stunden, rechnet Stroh vor. Zur Not werde man um den Bau eines Pädagogischen Zentrums kämpfen, hieß es.

Im nächsten Jahr werden die sechsten Klassen ins Ganztags-Konzept eingebunden. Schuldezernent Rolf Steuwe betont, dass man den Bau des Zentrums und andere Maßnahmen am DBG im Blick habe. Ganz entscheidend seien aber die Haushaltsplanberatungen. Die Botschaft: Letztlich muss der Rat beschließen, was geht und was nicht.

Für Eltern, Schüler und Lehrer am DGB ist klar: Es herrscht akute Platznot – und nicht erst seit diesen Tagen.

Quelle: RP

Sanieren im Paket

9. Juli 2009 | 15.08 Uhr

Ratingen

Ratingen: Sanieren im Paket
 

So schick soll das Dietrich Bonhoeffer-Gymnasium einmal aussehen. Animation: Planungsbüro Dr. Plumanns FOTO: RPO

Düsseldorf. Zwei Seiten lang ist allein die Aufstellung der Bauarbeiten an Schulen, die in diesen Ferien beginnen. Einer der dicksten Brocken: Fassadenarbeiten am Bonhoeffer-Gymnasium. Von Paul Köhnes

Landschaftsbauer Friedrich Hennig hatte es gestern Morgen eilig: Mit seinem Stapler schaffte er Pflanzenkübel vor dem Bonhoeffer-Gymnasium in West aus dem Weg. "Außerdem haben wir ringsum etwas gerodet." Hennigs Arbeiten gehörten zwar im weiteren Sinne zum Sommer-Sanierungsprogramm rund um Schulen, standen aber nicht auf der Liste von Manfred Pannes.

Der Hochbauamtsleiter hatte zur kleinen Baubesichtigung mit der RP eine zwei Seiten starke und in der Summe millionenschwere Aufstellung mitgebracht: das Bauprogramm für Ratinger Schulen, das in diesen Sommerferien beginnt.

Die kleinste Summe war schnell ausgemacht: Die Erneuerung von Prallschutzwänden in der Turnhalle der Elsa Brandström-Hauptschule wird 5000 Euro kosten. Hinzu kommen dort allerdings noch insgesamt 75 000 Euro für Schwingböden, Oberlichter und Eingangstüren.

Von ganz anderem Finanz-Kaliber sind die Arbeiten am Bonhoeffer-Gymnasium (DBG). Dort werden insgesamt 1,28 Millionen Euro verbaut. "400 000 Euro sind schon in die Sanierung der schlimmsten Fenster geflossen. Damit haben wir in der Osterzeit begonnen", so Pannes.

Weiterhin soll die derzeit komplett eingerüstete Waschbetonfassade wärmedämmend erneuert werden. Außerdem kommt am DBG Farbe ins Spiel. Die ist bisher nur im bunten Namensschild der Schule zu finden.

Mit derlei Tristesse wird es bald vorbei sein. Wo Waschbeton war, sollen bunte Eternitplatten hin, "farblich auf das ganze Schulzentrum abgestimmt", sagte Pannes. 880 000 Euro für diese Maßnahme werden aus dem Fördergeld des Konjunkturpakets II bezahlt. Die Fassadensanierung entwickelt für Pannes zusätzlichen Charme dadurch, "dass wir danach rund 60 Prozent Energie einsparen werden".

Ein weiteres Millionenprojekt steht am Carl Friedrich von Weizsäcker-Gymnasium an. Klassenräume werden Holzalufenster erhalten, Dachsanierung und Gerüstbauarbeiten stehen mit 1,2 Millionen Euro zu Buche, hinzukommen wird der Anbau einer Cafeteria für 340 000 Euro.

Die wiederum wird finanziert durch das "1000-Schulen-Programm". Bis Oktober kommenden Jahres muss sie fertig sein.

Zu den Arbeiten, die während der Sommerferien abgeschlossen sein sollen, gehört die Erneuerung der Schülertoiletten an der Anne Frank-Schule. Sie wird nebst Fliesenleger- und Malerarbeiten 35 000 Euro kosten.

Die gleichen Arbeiten stehen an der Erich Kästner-Grundschule an, sind dort, laut Liste, 7000 Euro preiswerter. 70 000 Euro kosten neue Bodenbeläge für die Johann Peter Melchior-Schule, 99 000 Euro die Flachdachsanierung für Verwaltung und Klassentrakt an der Karl Arnold-Schule. KOMMENTAR

Quelle: RP

2008

Super-Abi trotz Bau-Chaos

20. Juni 2008 | 13.19 Uhr

Ratingen

Super-Abi trotz Bau-Chaos
Düsseldorf. 58 Abiturienten des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums wurden die Zeugnisse überreicht. 17 von ihnen haben eine Eins vor dem Komma der Gesamtnote stehen, obwohl die Lernbedingungen an der Schule katastrophal sind. Von Julia Hagenacker

West Sie sind gut, außergewöhnlich gut sogar. 58 Abiturienten des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums wurden gestern während einer Feierstunde im Stadttheater die Abschlusszeugnisse überreicht. Die Besonderheit: 17 von ihnen haben eine Eins vor dem Komma der Gesamtnote stehen. Und das, obwohl sie in der Schule in Ratingen West unter, sagen wir mal, „erschwerten Bedingungen“ fürs Leben gelernt haben.

Hendrik Wendland zum Beispiel dürfte eine der besten Abiturprüfungen in ganz Nordrhein-Westfalen abgelegt haben. Schnitt: 1,0, glatt, und das, obwohl ihm Baustellenlärm und das viel diskutierte „Oktaeder des Grauens“ fast einen Strich durch die Tiptop-Klausur-Rechnung gemacht hätten. Statt wie üblich mit einer „Eins plus“ wurden die Matheaufgaben des 19-Jährigen im diesjährigen Zentralabitur mit einer „Zwei plus“ bewertet. Deshalb hat er noch einmal nachgeschrieben, in der vergangenen Woche, in einem sanierungsbedürftigen Klassenraum, in dem sich die Fenster nicht schließen lassen. Eine Plastikfolie hält dort seit geraumer Zeit zwar notdürftig Regen und Wind, nicht aber den herüberschwappenden Krach von Betonmischern und Schweißgeräten ab.

Auf dem benachbarten Grundstück der Astrid-Lindgren-Grundschule wird nämlich gebaut. 6,5 Millionen Euro hat die Stadt in die Errichtung eines für den offenen Ganztag geeigneten Gebäudes samt Außenanlage und Einrichtung investiert.

Die Räume und die Fassade des Bonhoeffer-Gymnasiums sollen ebenfalls renoviert werden, für insgesamt 500 000 Euro, allerdings erst im Sommer 2009, so sieht es der Finanzplan vor (wir berichteten). Dabei ist ein großer Teil der Schuleinrichtung seit Jahren so marode, dass die Nutzung für Schüler und Lehrer zum täglichen Sicherheitsrisiko wird: gesplitterte Türen, morsche, mit Klebeband fixierte Fenster, die sich entweder nicht öffnen oder nicht schließen lassen, defekte Jalousien, blinde Scheiben. Vor kurzem fiel außerhalb der Unterrichtszeit ein kompletter Fensterrahmen heraus. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.

Kira Müchler (19) hat sich nach neun Jahren am Bonhoeffer-Gymnasium an den heruntergekommenen Zustand ihrer Schule gewöhnt. „Mit der Zeit weiß man, bei welchen Fenstern man aufpassen muss, wenn man sie auf Kipp stellt“, sagt sie. „Im Sommer, wenn die Sonne auf die Front mit den kaputten Jalousien schien, haben wir manchmal schon ganz schön geschwitzt.“ Wirklich gut lernen lasse es sich unter solchen Bedingungen nicht. „Das ist nicht in Ordnung“, meint die 19-Jährige. „Ich könnte mir vorstellen, dass es Eltern gibt, die sich bei der Wahl der weiterführenden Schule nicht nur von Lehrinhalten, sondern auch vom Erscheinungsbild leiten lassen.“

Ein klasse Abi (Note 1,1) hat Kira Müchler trotz allem geschafft. Ein Jahr lang will sie nun als Au-Pair in Paris arbeiten, dann Französisch und Geschichte auf Lehramt studieren. Berufswunsch: Gymnasiallehrerin.

RP 20.06.2008

Tanzen für die Integration

7. November 2008 | 16.07 Uhr

Ratingen

Ratingen: Tanzen für die Integration
 

Maria und ihr Tanzpartner beim Sportlerball in der Stadthalle. FOTO: RPO

Düsseldorf. Die 17-jährige Maria Dortmann ist sehr erfolgreich im Bereich Lateinamerikanische Tänze. Neben ihrem intensiven Training besucht sie die 10. Klasse des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums. Erst seit dem Jahr 2002 lebt sie in Deutschland. Von Jasmin Maxwell

West Tanzen ist mehr als nur ein Hobby für Maria Dortmann. „Wenn ich tanze, bringe ich auch immer etwas aus meiner Seele mit ein“, sagt die 17-jährige Schülerin aus Ratingen West. „Ich verschmelze mit der Musik.“ Maria tanzt zusammen mit ihrem Tanzpartner Evgeny Shalabanov (19) Standard- und Lateinamerikanische Tänze – und das mit großem Erfolg: Sie tanzen im deutschen Nachwuchskader, 2007 wurden sie Landesmeister in der Klasse Jugend B Latein und stiegen in die Klasse A auf – gewissermaßen die 2. Liga des Tanzsports. Am 18. Oktober begeisterten Maria und Evgeny die Gäste bei der Ratinger Sportlernacht.

Nicht viel Freizeit

Für solche Erfolge muss man natürlich hart trainieren: Fünf Mal in der Woche, vor Turnieren sogar täglich, üben die Jugendlichen im „Bosten Club“ in Düsseldorf bis zu drei Stunden lang. Klar, dass da nicht mehr viel Zeit für anderes bleibt. „Freunde treffe ich vor allem am Wochenende, und für Hobbys wie Malen habe ich nur in den Ferien Zeit.“ Doch das macht Maria nichts: „Wenn ich eine Woche mal nicht tanze, fehlt mir etwas“, sagt sie. Trotz allem: Die Schule hat für die 17-jährige Vorrang vor dem Tanzen. Maria, die 2002 mit ihrer Familie als Spätaussiedlerin aus Kasachstan nach Deutschland kam, besucht die 10. Klasse des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums (DBG) in West und will Abitur machen. Als sie vor mittlerweile sechs Jahren nach Ratingen zog, habe sie noch kein Wort Deutsch gesprochen, berichtet Maria. „Bei der Integration hat mir vor allem das Tanzen geholfen.“ Denn seit sie in Ratingen wohnt, tanzt sie im „Boston Club“, wo sie Freunde fand und schnell Deutsch lernte. „Und nachdem ich bei einem Schulfest etwas vorgetanzt habe, waren auch Lehrer und Mitschüler viel freundlicher zu mir.“ Trotz der Dreifachbelastung von intensivem Training, Deutschlernen und Schule verbesserten sich Marias schulische Leistungen bald so stark, dass sie mit Hilfe von Alla Weber vom Integrationsbüro in West auf das DBG wechseln konnte. „Ich kann mich durch das viele Tanztraining sehr gut organisieren“, betont Maria. Das geht natürlich nur, weil ihre Eltern sie unterstützen. Seit sie fünf Jahre alt ist, ermöglichen sie Maria Tanzstunden, erst russischer Volkstanz, dann Standard- und Lateinamerikanische Tänze. „Meine Mutter näht außerdem viele meiner Kostüme“, sagt Maria. Ein Kostüm, wie man es für Turniere braucht, kostet nämlich im Laden schon mal 1500 Euro.

Ihre berufliche Zukunft sieht Maria im Tanzsport allerdings nicht. Sie überlege, Psychologie zu studieren, sich vielleicht mit Tanztherapie zu beschäftigen, erzählt sie. „Aber Tanzen werde ich trotzdem mein ganzes Leben lang.“

Quelle: RP